Samstag, 5. Februar 2011

gemüsemarkt am wilhelmsplatz






Er fehlt mir. Der Naschmarkt. Der Markt der Märkte in Wien. In meiner lieben großen Stadt. In den letzten paar Jahren, in denen ich jetzt in Köln lebe, habe ich leider nichts Vergleichbares finden können. Bis letzten Sommer, als ich zufällig über den Markt am Carlsplatz in Düsseldorf stolperte. Sicher, nicht ganz so groß. Sicher, eine ganz andere Atmosphäre. Und durchweg sicher teurer. Zugegeben der Naschmarkt hat auch seine teuren Stände. An der Secession beginnend reiht sich ein Wiener Marktstandler an den anderen, hübsch aufgereiht, das Obst und Gemüse. Hübsch anzusehen. Je weiter man in das Dickicht vordringt – in Richtung Kettenbrückengasse – desto mehr wird der Markt zum Bazaar und auch immer günstiger und immer wilder.

Mein Haus- und Hofmarkt ist in Köln der Markt am Wilhelmsplatz geworden. Etwas wild. Oft sehr voll, zumindest im Sommer. Türkische und deutsche Marktleute, die so schön laut durcheinander schreien können. Im Winter etwas leer, aber es finden sich doch ein paar schöne Stände mit Wintergemüse und heimischen Obst.

Aber zurück zum Carlsplatz. Ich war erst einmal dort und habe es genossen. Ich glaube ich bin erst mal eine Stunde lang durch die Gänge gegangen. Habe geschaut und geschnuppert. Gehört und gestaunt. Gekauft, gekocht und mit Genuss gegessen. Ich muß unbedingt dort wieder hin. Und werde Euch berichten. 


Wer kann mir denn über andere schöne Wochenmärkte mit Flair berichten?


Stadturlaub


Ich befinde mich im Urlaub
in der Stadt, in der ich lebe

ich lehne mich aus dem Fenster
in eine große lichte Stadt

Tags glirrt, heizt und knistert die Hitze im Hof
des Nachts durchwandert warme Luft mein Haar

wie ich diese Stadt liebe
um ein Uhr nachts
im Hinterhof, wo die Fenster leuchten
und die Dichte des satten Blättergrüns
durchstreifen

ich lieb die Ecken und die Häuser,
die wilden Höfe
die Parks und die Menschen

den Duft von Obst, Tee und Gewürzen des großen Markts
träum nachts von Kohl und Tomaten

lieb auch die heruntergekommenen kaputten Kaffeehäuser,
wo im Schatten leise die Zeitungen rascheln

auch lieb ich das mondäne Treiben
die feine melancholische Gründerzeitluft

hier bin ich hier
jetzt und jetzt
in der Gegenwart
in meiner lieben großen Stadt.

geschrieben in Wien, Juli 2001  

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