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Donnerstag, 5. November 2015

Wer schreibt denn schon jetzt über Weihnachtsplätzchen?


Finnland // Joulutortuu

Niederlande // Hausfreunde


Spanien // Pistazien-Turrón

Schottland // Millionaires shortbread // fabulous



making off // Alfajores für Argentinien



 
Wer schreibt denn schon jetzt über Weihnachtsplätzchen?

Ich. Und fotografiert habe ich sie im September. Aber der Reihe nach.

Meine erste miterlebte Weihnachtsproduktion für die Living at home fand im August 2008 in Hamburg statt. Ich war als Fotoassistentin in Flipflops dabei und ziemlich nervös. Ich hatte mir bis dahin noch nie den Kopf darüber zerbrochen, wie und überhaupt wann man für Zeitschriften Weihnachtsstories produziert. In den Verlagen findet Weihnachten im Sommer und Ostern im Winter statt. So ist das. Ist ja nicht verwunderlich. Wenn man bedenkt, was für eine Organisation und Logistik an einem einzigen Heft dranhängt. Als Leser macht man sich darüber keine Gedanken. Warum auch? Der Leser soll das ja schließlich genießen. Ich kann das hier ja mal grob skizzieren. Ihr könnt das dann gerne wieder vergessen.

Für eine (!) Fotostrecke muß
a) das Konzept muß erstellt und abgestimmt werden
b) ein Fotograf muß gebucht werden = Motive müssen gestylt & fotografiert werden
c) das Layout muß designt werden
d) Texte müssen geschrieben und redigiert werden
e) das Ganze dann mal xy, je nachdem wieviele neue Produktionen es in einem Heft gibt
f) das ganze Heft muß gesetzt und gedruckt werden
g) das ganze Heft muß in den Vertrieb, also in die Geschäfte gebracht werden


Nun sind ja seit meinem ersten Off-Season-Shooting 7 verflixt-schön-schnelle Jahre vergangen und mir machen diese Produktionen als Fotografin und Stylistin große Freude. Sie sind etwas besonderes. In jeder Hinsicht. Auch wenn man schwitzt, ob die Schokolade auf den Weihnachtsplätzchen bei 30 Grad nicht schmilzt, es bleiben immer wieder im wahrsten Sinne köstliche Anekdoten übrig. Plätzchen weniger.

Die diesjährige Extraheft-Produktion für die Freundin fand in der ersten Septemberwoche statt, bei 30 Grad. Da muß man den Mürbeteig schon sehr schnell, am besten mit einem gefrorenen Nudelholz, ausrollen, damit der nicht verfließt, nicht Anne? In der Küche hat's dann schon mal 35 Grad, wenn der Ofen auf Hochtouren läuft. Aber ich mag's ja heiß. Sommerkind und so. Ihr wisst Bescheid. Hahaha!



Übrigens könnt Ihr mir auch auf Instagram folgen. Dort ist gerade ein feines, kleines Interview zu sehen, welches Sonja Harnisch von feingedacht in der Reihe Feinstories veröffentlicht hat. Vielen Dank dafür, Sonja!

Kommen wir zum Nachteil des Ganzen. Der besteht einzig und alleine darin, dass es mir eine Sache verleidet: Nämlich das private Plätzchenbacken im Dezember. Da ist bei mir irgendwie die Luft raus. Denn das habe ich ja dann schon hinter mir. Aber Advent und Weihnachten genieße ich immer in vollen Zügen. Egal wieviele Weihnachtsproduktionen ich im Sommer hatte.

Falls Ihr die Ausgabe verpasst habt, kein Problem! Ihr könnt Euch das E-Paper vergangener Freundin-Ausgaben (inkl. Extraheft) hier herunterladen. 

DAS REZEPT
Millionairs-Shortbread aus dem Freundin Extraheft
Für ca. 25 Stück:

Für den Teig:
150 g Mehl
25 g Reismehl (ersatzweise Stärke)
125 g Puderzucker
125 g kalte Butter
1 Päckchen Vanillezucker

Für das Karamell:
75 g gesalzene Butter
90 g Sirup
400 g gezuckerte Kondensmilch
125 g Zucker

Außerdem:
2 TL Meersalzflocken

Für die Glasur:
150 g Zartbitterkuvertüre
10 g Kokosfett


Teigzutaten rasch zu einem glatten verkneten. Den Teig in Frischhaltefolie gewickelt ca. 1 Stunde kalt stellen. Ofen auf 150 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Dann zwischen zwei Lagen Backpapier zu einem Rechteck ausrollen (24x24 cm) und in eine eckige Form legen. Obere Lage Backpapier abziehen. Im Ofen ca. 20 Minuten backen. Dann aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen. Alle Zutaten für das Karamell in einen Topf geben und ca. 8 Minuten köcheln lassen. Dann auf dem ausgekühlten Shortbread verstreichen und am besten über Nacht abkühlen lassen. Die Karamellschicht dünn mit Meersalzflocken bestreuen. Kuvertüre fein hacken, mit dem Koksfett über einem Wasserbad schmelzen lassen und auf dem Karamell verstreichen. Dann vollständig abkühlen lassen. Shortbread in schmale Rechtecke schneiden nach Belieben noch einmal mit Meersalz bestreuen.

Zubereitung: 40 Minuten
Kühlzeit: 13 Minuten
Backzeit: 20 Minuten
Haltbarkeit: mind. 3 Wochen (wenn man sehr viel Glück an) :-))

Montag, 1. Oktober 2012

herbstliches websiteshooting in beerentönen und eine verlängerung














Wie für jedes Websiteshooting zum Jahreszeitenwechsel begebe ich mich in einen Farbrausch. Sei es orange-weiß zum Sommer oder orange-braun zum Herbst. Sei es grün-weiß zum Frühling oder gelb zu Ostern. Für den Herbst 2012 habe ich mich für Beerentöne entschieden: Brombeer, Erika, Purpur, Bordeaux, Pflaume und Maulbeeren. Und ich muß sagen, sie schmecken mir großartig.  

Außerdem ganz köstlich schmeckt Labneh zum Beeren-Pilz-Salat, den ich leider im Rezept völlig unterschlagen habe. Wie schade! Daher werde ich hier kurz beschreiben, wie man diese Art Käse selber macht. Für etwa 10 Bällchen benötigt man 400 g fetten Vollmilchjoghurt oder griechischen Joghurt. Diesen vermischt man mit 1 TL Salz und gibt ihn in ein feines Mulltuch oder Kaffeefilter. Den Filter setzt man in ein Sieb und läßt alles im Kühlschrank über Nacht abtropfen. Auch die Oberfläche mit einem Kaffeefilter abdecken. Morgens nochmal in einen frischen Kaffeefilfter umfüllen. Die Masse ist jetzt schon sehr cremig und noch mal einen halbe Tag abtropfen lassen. Die daraus entstandene Flüssigkeit ist Molke. Jetzt kann man aus der cremigen Masse Bällchen formen und zum Salat geben. 

Das Rezept für den Labnah ist von Christelle und ihrem zauberhaften Blog Christelle is flabbercasting.

Das Original-Rezept des Kuchens stammt von der lecker, Ausgabe No.9/September 2009. Es wurde durch Zutaten und Mengenangaben leicht variiert. 

Und noch eine gute Nachricht zum Schluß: die Anmeldefrist für den Wein-Koch-Foto-Workshop Ende Oktober 2012 ist verlängert worden. Ihr habt also noch die Möglichkeit bis zum 8. Oktober Einsendungen auf la-petite-cuisine einzureichen. Nähere Informationen: siehe hier.

Eine wunderschöne Woche wünscht Euch
la petite cuisine

Sonntag, 23. September 2012

neue startseite meiner website - herbst 2012


:Herbstzeit ist Kuschelzeit ;

Kerzen werden angezündet, Kürbisse geschnitzt, kuschlige Pullover werden aus der hintersten Ecke des Schrankes hervorgeholt, heißer Kakao wird gerührt, morgens wird kühle frische Luft eingeatmet und Rauhreif bestaunt, sonntagnachmittags Apfel- oder Brombeerkuchen gebacken, die Blätter färben sich in den schönsten Herbstfarben, morgens steigt der Nebel auf und die Raben krähen vor sich hin, Zwiebelsuppe wird gegessen, mit dem Bobbycar durchs Laub gefahren, kiloweise Kastanien werden eifrig sammeln, Haselnussbrötchen mit dick Butter und Hagebuttenmarmelade bestrichen, Windlichter vor die Tür gestellt, „Gansl“ wird gegessen, Tee gekocht, Papierlaternen gebastelt, mit Kind herbstliche Fensterbilder geklebt, in dicke Decken gehüllt, draußen eine „Der-Herbst-ist-da-Willkommens-Feier“ gefeiert, Most und Zwiebelkuchen gegessen, die Vögel beim In-den-Süden-Fliegen beobachtet, Äpfel und Zwetschgen geerntet, zwischendurch wird St.Martin besungen, den Wind lässt man durch die Haare pusten um zuhause eine Kürbissuppe essen zu können, man fährt zur Weinlese, um dort viel neue Weine zu verkosten, Pilze werden gesammelt, heiße Maronen in Papiertütchen gekauft, Semmelknödel mit Schwammerlsauce gekocht und von vielen netten Leuten ratzeputz aufgegessen.

Wenn ich das so lese, könnte das alles in allem ein wunderschöner Herbst werden, mit einem paar dieser aufgeführten Herbstwunderbarkeiten. Da darf's eben auch mal Regen und Stürmen...sonst ging das ja alles nicht mit dem Kako und den heißen Suppen den Decken und dicken Pullovern. Was macht Ihr denn so gerne im Herbst?

Ein bißchen Inspiration gibt’s auf der meiner neuen Startseite. Rezept folgt in Kürze.

Noch zwei Dinge möchte ich Euch erzählen, die mich in den letzten vielen Wochen unglaublich gefreut haben. Zum einen war ich im Deluxe-Backhimmel, nämlich in der Ausgabe der lecker Bakery Vol. II. Eine wirklich wunderschön gelayoutete Sonderausgabe des Hamburger Food-Magazins.



Zum anderen kam ich nicht umhin schrecklich stolz zu sein, von der essen & trinken online zu den 10 deutschsprachigen Lieblings-Foodblogs gewählt worden zu sein. Was für eine Ehre!  



Dann kuschelt Euch mal schön durch den Herbst!
Alles Liebe
W Eure la-petite-cuisine W


Dienstag, 24. April 2012

die fischsuppe oder kleine kulinarische inspiration zu holland und meer




































Es gibt ja Gerichte, über die man sich selbst irgendwelche Mysterien, Hirngespinste und Fantasien zusammenreimt, und die der Grund dafür sind, dass man sie entweder noch nie gegessen hat oder noch nie selber gekocht hat oder beides.

Eines dieser Sonderbarkeiten war für mich schon immer die Fischsuppe. In meinem Geiste sah ich immer eine klare, manchmal fast wässrige, Suppe, in der aufgeweichte Fischstücke, Gräten und Fischköpfe (man beachte den Plural!)schwammen. Dieses Bild habe ich irgendwie nicht aus dem Kopf bekommen.

Mal wieder neu mit diesem Thema auseinandergesetzt habe ich mich in unserem spontanen Hollandurlaub - Montag gebucht. Mittwoch gefahren. Oh, das liebe ich! Und am Meer isst man ja bekanntlich Fisch. Gegen Fisch hab ich ja nix. Wirklich nicht. Am Tag unserer Ankunft sind wir natürlich gleich zum Meer gefahren. Julius war ganz aufgeregt und wollte dann gar nicht mehr weg, obwohl wir drei schon richtig gefroren haben. Also haben wir uns für das Touristenrestaurant direkt am Strand entschieden. Mein Mann nahm Kibbeling mit Frites. Julius auch und ich habe Rotbarsch mit Kräuterhollandaise und Gemüse bestellt. Es schmeckte uns prächtig und wir saßen da und genossen den Blick aufs Meer, als die Bedienung mit zwei Tellern dampfender Fischsuppe aus der Küche schwebte und sie an einen Tisch mit sechs gesprächigen niederländischen Damen abstellte. Die freuten sich sichtlich über ihr Essen - bei mir sprang gleich der Film an. Ich konnte ja schlecht aufstehen, und mal nachsehen, wie es in der Suppenschüssel wirklich aussah.

Wie auch immer - wir haben noch zwei nette Tage dort am Meer verbracht. Ohne Fischsuppe.

Als wir dann aber zu Hause waren habe ich lange darüber nachgedacht welches Essen denn in meinen Holland-Post passen würde: Frites spezial war mir zu banal, auf Kibbeling hatte ich keine Lust und Fischbrötchen auch nicht. Warum nicht meiner Fischsuppenphobie auf den Grund gehen bzw. diese mittels eines eigenen Rezepts versuchen auszumerzen?

Bei der Zubereitung der Basis habe ich mich an eine provencialischen Fischsuppe gehalten und diese „volle Suppe“ abgewandelt. An Gemüse habe ich Tomaten, Karotten und Lauch verwendet. Die Fischfilets habe ich bei unserem netten niederländischen Fischladen gekauft: Rotbarsch und Seelachs – zwar kein ganz festes Fischfleisch, aber auch nicht zu weich. Soll ja um Gottes Willen nicht zerfallen – siehe Hysterie „zerfallenes Fischfleisch in der Suppe schwimmend“.

Erst wollte ich das gekochte Gemüse einfach nur pürieren, habe mich aber für die feinere Variante entschieden, nämlich durch ein Sieb zu passieren. Viel Arbeit, lohnt sich aber. Die Farbe und die Konsistenz des Gemüsepürees weckte bei mir gute Stimmung. Da ich ja ein bißchen Holland in die Suppe bringen wollte, habe ich Gouda gerieben und ihn auf Baguettescheiben gedrückt. Mit aller Vorsicht und Andacht habe ich die Fischstücke auf das Gemüsepüree gebettet und gehofft, dass sie nicht zerfallen mögen. Ja nicht umrühren. Gut 5 Minuten ziehen lassen. Alles noch heil. Dann ab in die Töpfchen, die Käsebrotscheiben drauf und überbacken.

Also, ich muß sagen, schon die Zubereitung hat wirklich Freude gemacht, wie es beim Kochen ja (fast) immer ist. Die Küche duftet, die Finger sind von den Karotten schön orange und im Ofen blubbert die dicke, sämige und duftende Fischsuppe mit überbackenen Käse.

Dann wurde das Ganze fotografiert. Mit der Nase (und Kamera) über der Suppe fiel es mir schon fast schwer nicht mal zu probieren. Ja, wirklich! Nachdem das letzte Bild gemacht war, gab es keine Verzögerung mehr. Her mit dem Löffel! Mhhhh. Schmatz. Schleck. Ich sag nur: meine Fischsuppenhysterie kann als geheilt angesehen werden. Wässrige Fischsuppen mit darin herum schwimmenden zerfallenen Fischfleisch gehören im meinem Geiste der Vergangenheit an.

Ach, und bevor ich's vergesse: Thea von Sister Mag hat ein paar Fragen samt Fotos von  mir auf dem Sister Mag Blog veröffentlicht. Danke, Thea! Schaut hier!

Eine schöne Woche wünscht Euch
la petite cuisine