Freitag, 9. September 2011

kroatische küche - kulinarische mitbringsel aus dem wunderschönen balkan































Hier also mein kroatisch inspiriertes Menü in meinem derzeit ungeschlagenen Monsterpost mit 29 Fotos. Dazu ein paar Tipps, Gedanken und Anregungen.

Ajvar bekommt man in Kroatien ja an jeder Ecke und wird gerne zu gebratenen Fleisch gegessen Ich denke jede kroatische Familie hat ihr eigenes Ajvar-Rezept. Zuhause wollte ich dieses Paprikamus nun auch mal selber herstellen. Es ist sicher nichts zum abnehmen, denn da kommt eine gut Portion Olivenöl hinein. Wichtig ist es ein wirklich hochwertiges Olivenöl zu verwenden. Dieses selbstgemachte Ajvar duftet nach Paprika, Knoblauch und Olivenöl und verbreitet im Haus so einen südlichen Dunst. Mhhh! Man schmeckt die Paprika richtig raus, dabei ist es nicht unwesentlich rote Spitzpaprika zu bekommen, die sind nicht so überzüchtet, wie die normalen roten Paprika. Das Mus schmeckt lecker zu Fleisch, aber auch zu würzigen Käse mit Brot und einem kräftigen Rotwein ist es köstlich und eben auch auf gerösteten Brot – meine kroatische Variante der italienischen Bruschetta oder auch als Verfeinerung einer Paprika-Bolognese, oder zu Cevapcici.

Mit den Cevapcici verhält es sich so wie mit dem Ajvar – es gibt zahllose Varianten und Rezepte. Mein Rezept ist eine dieser Varianten, nämlich mit fein durchgedrehten Rind- und Lammfleisch. Zwiebeln kommen meisten nicht darin vor. Ei und Weissbrot ganz und gar nicht. Dafür normalerweise viel Knoblauch und Paprikapulver. Manche geben Mineralwasser und Backpulver dazu, weil sie durch das Natrium weich werden. Aha...habe ich wieder was dazugelernt, aber vergessen auszuprobieren. Aber auf jeden Fall soll die Hackfleischmasse einige Stunden ziehen, damit sich alle Zutaten gut zusammen entfalten können. Die typischen Beilagen sind auf jeden Fall: Brot, Zwiebeln und Ajvar. Da in Kroatien wirklich überall Feigenbäume rumstehen, die schon ganz krumm sind vor lauter reifen Früchten (zum Frühstück hat mein Mann immer mal wieder irgendwo Feigen gepflückt), kam mir die Idee einen Feigen-Senf dazu anzubieten, der Apfel schlich sich beim Zubereiten dazu. Das Grundrezept für den Senf stammt aus Chefkoch, bei dem ich einiges weggelassen und einiges hinzugefügt habe.

Während des Zubereitens des Menüs habe ich - ursprünglich nur zu Fotostylingzwecken - im Mörser eine Meersalz-Gewürz-Mischung gemahlen, die ich dann letztendlich auf das geröstete Brot, den Fisch und die Kartoffeln gegeben habe: einfach 1-2 EL Meersalz, frischen Thymian und Chili nach Gefühl vermischen und mahlen. Herrlich! Diese Düfte!

In dem tollen Restaurant „Na moru“, in der Bucht von Valun, gab eine große Auswahl an Frischfisch: Seehecht, Zahnbrasse, Seebarsch, Tintenfisch und mehr, u.a. auch einen meiner Lieblingsfische: Goldbrasse. Frischer Fisch ist ja wirklich leicht zuzubereiten. Irgendwie vergesse ich das immer wieder. Na ja, und ich unterschlage in meinem Eifer auch immer wieder, dass ich dann auch ganz leicht noch mal zum Fischhändler rennen muß. Wer aber einen Fischladen ums Eck hat, dem empfehle ich mal wieder einer frischen Fisch zuzubereiten! Es ist ganz simpel - das sagt auch immer Jamie Oliver - einfach den Fisch innen und aussen würzen; mit Gewürzen, die man mag und die Hitze gut vertragen, wie z.B. Rosmarin oder Thymian. Basilikum mag die Hitze nicht so gerne. Zitronen und Limette passt immer und dann noch Knoblauch, Salz und Pfeffer. Ab in den Ofen und genießen. Auch die Gräten an meiner in Köln gekauften Goldbrasse waren nicht der Rede wert und selbst bei schummrigen Licht leicht zu finden.

Das Dessert stammt aus dem schon erwähnten „Na moru“. Das Zitronensorbet war so köstlich, dass ich den Koch gefragt habe, was denn für Zutaten darin wären: Einfach nur Zitronensorbet, Wodka und Prosecco. Der Kracher, wenn es heiß ist. So erfrischend!

Genießt das Leben und das Essen! Ein schöne Wochenende!

Kommentare:

  1. tolle Bilder, sieht nach einem schönen Urlaub aus, viele Grüße Martina

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  2. liebe susanne, mit diesem post hast du mich endgültig völligst aus dem häuschen gebracht: bin ich doch gebürtige kroatin. und die kroatische küche wird hierzulande immer so sträflich auf den grillteller reduziert. deine ode an die balkanküche ist sowas von fantastisch gelungen mit schönen rafinessen....i`m in love ♥ und das beste ist: nächste woche gehts für uns nach dubrovnik, hurra! da steht die fangfrische dorade dann auch täglich auf meinem speiseplan, herzliche waldgrüße, dunja

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  3. Ja volim Hrvatsku, draga sestra ;)) Liebe Dunja, das freut mich ja total!! Es hat solch einen Freude gemacht die Rezepte zu überlegen - damit hatte ich schon in Valun angefangen - und zu kochen und zu fotografieren. Irgendwie ist ja so ein langer Post fast wie ein Magazin in einer Zeitschrift. Ich finde sowieso das Bloggen etwas von Zeitschriftmachen hat. Kommst Du denn aus Dubrovnik? Die Gegend soll auch auch wunderschön sein...Lieben Gruß aus der Flachland ;) Susanne

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  4. Wow, was für ein Post :), wirklich riesig, aber total schön (und lecker).
    Süß, die Fotos von dem Kleinen!

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  5. Dein Beitrag unterscheidet sich von einem Zeitschriftenartikel nur dadurch, dass ich nicht auf Papier sabbern kann. ;-)

    Ganz großes Kompliment, das ist so liebevoll gestaltet, gekocht, fotografiert, mit Erinnerungen an ein wunderschönes Ferienland versehen, dass es ein Genuss ist. Danke!

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  6. ach wie herrlich!!!
    bei uns gibts heute auch cevapcici, ich sagte ja bereits, dass das hier nix besonderes ist mit einem kroatischen mann. aber so schöne fotos hab ich noch nie davon gemacht und die idee mit den spießen find ich für die kinder ganz super! so verbrennen sie sich nicht immer die pfoten!!
    wunderbar!
    und den senf, den kannte ich noch nicht, der wird gleich mal ausprobiert, wenn ich alle zutaten beisammen habe!
    DANKE DANKE DANKE!!!

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  7. oh das sieht sooo lecker aus! jetzt hab ich Hunger... ;o)
    dobra vecer :o)
    viele Grüße aus dem regnerischen Hessen, geisslein

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  8. Liebe dunja, liebe Susanne,

    ja, die kroatische Küche. Tolle Sache! Da ich in der glücklichen Lage war alles auf zu essen kann ich nur sagen: am besten war der Fisch (göttlich ...) - allerdings noch getoppt vom Ayvar.

    Ich hatte letztens selbst gekocht (und ich kann nicht so gut kochen wie die Susanne) - eine stinknormale Bolognese, allerdings mit Paprika. War irgendwie lecker, aber irgendwas fehlte.

    Ich sagte zu Susanne:"mach das mal lecker" - und sie tat einfach eine ordentliche Portion vom Ayvar in die Bolognese. Danach war es perfekt rund, nichts hat mehr gefehlt. Ich hoffe, ich werde diese Ayvar-Bolognese-Spaghetti bald wieder genießen können ... viele Grüße!

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  9. Ein Waaahnsinns Post!!! Vielen lieben Dank dafür! Ich freue mich schon, wenn ich meine Freunde zum Balkan-Abend einladen kann...Dein Blog ist echt Spitzenklasse, sofort würde ich ein Magazin mit Deinen Geschichten, Rezepten und Bildern kaufen!

    viele Grüße aus rainy Munich!

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  10. Liebe Julia, vielen lieben Dank für dieses überschwengliche Lob! Wäre ein Print-Magazin nicht sooo unendlich viel Arbeit und würde ich bei dieser Arbeit noch zum Fotografieren kommen, würde ich sofort ein Super-Lecker-Gute-Laune-Farbenfrohes-La-Petite-Cuisine-Magazin rausbringen. Aber bis dahin... gibt's nur den Blog ;) Ganz herzliche Grüße Susanne

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  11. wunderschoene fotos. ajvar erinnert mich an sommerurlaub in yugoslawien. es gab kroatien offiziel nicht. racnici, cevapcici und ajvar...hmm. aber dass du keinen tv hast, das gefaellt mir am meisten.

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  12. Hallo Susanne!
    Gerade eben habe ich dein Ajvar nachgekocht. Da ich meinem Vater nicht nur ein Buch zu Weihnachten schenken möchte und er gern scharf isst, kam dein Rezept wie gerufen! Es schmeckt sehr lecker! Ich habe statt normalem Essig Himbeeressig genommen, dadurch hat es eine schöne Note bekommen. Außerdem habe ich noch 4 gehäutete Tomaten dazugegeben, da ich es gerne tomatig mag, und natürlich auch für mich etwas übrig bleiben sollte ;)

    Nun noch eine Frage, wie lange hält sich das Ajvar denn, wenn es ungeöffnet nach dem Abfüllen bleibt?

    Danke danke, für dieses soooo leckere Rezept! Ich musste es gleich mit Weißbrot testen und finde es köstlich!!! Mhhhhh! Dein Blog ist eine Bereicherung für meine Küche!

    Liebe Grüße Sarah :)

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  13. Ich Sie Interesse an Kauf oder Verkauf von Haus in Kroatien sehen diese gute Immobilienagentur.

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