Donnerstag, 12. November 2015

Warum hat Grünkohl solch einen schlechten Ruf // Wie ein Grünkohl-Smoothie gegen diese Aversion hilft.





 








Grünkohl ist aus den Supermarktregalen fast gänzlich verschwunden. Nur auf Wochenmärkten ist er noch vereinzelt anzutreffen. Erst jetzt, also ich einen kleinen Text darüber schreiben sollte, und ein bißchen recherchierte, stieß ich darauf, dass Grünkohl im Allgemeinen recht verhasst ist: muffig, streng, zäh und noch andere unschöne Attribute taten sich da auf. Vielen stehen selbst als Erwachsene die Haare zu Berge, wenn sie Grünkohl hören. Ich mußte das Gott sei Dank nicht durchmachen, meine Mutter hatte das für mich erledigt. Daher gab es bei uns zu Hause nur Wirsing. Er hat zartere und hellere Blätter als der Grünkohl hat und schmeckt mir mit Salzkartoffeln und ein paar Frankfurtern ausgezeichnet.

Dies alles zusammen genommen gab wohl den Ausschlag dem Grünkohl etwas auf die Sprünge zu helfen. Und zwar in den USA. Und das schon vor gut 2 Jahren. Dort wurden die Blätter sogenannte „Kale“ im Backofen zu Chips verarbeitet oder zu wohlschmeckenden, fein geschnittenen Salaten mit Pecorino und Zitrone oder mit Kürbis, Linsen und Feta wie in diesem Rezept. Er erlebte ein richtiges Revival. Nun ist dieser Trend allmählich nach Europa herüber geschwappt. Somit haben wir nun das Vergnügen junge Grünkohlblätter, allerdings nur abgepackt, kaufen zu können. Florette hat Ende Oktober ein neues Produkt auf den Markt gebracht. Die Salatmischung: Kale-Mix, mit jungen, zarten Grünkohl- und Spinatblättern und Karottenstiften.

Für Euch habe ich eine Smoothie-Mix daraus kreiert. Hier geht’s zum Rezept.
Viel Spaß!



Dieser Post entstand in Zusammenarbeit mit Florette. Alles drumherum basiert auf meiner Sichtweise.

Donnerstag, 5. November 2015

Wer schreibt denn schon jetzt über Weihnachtsplätzchen?


Finnland // Joulutortuu

Niederlande // Hausfreunde


Spanien // Pistazien-Turrón

Schottland // Millionaires shortbread // fabulous



making off // Alfajores für Argentinien



 
Wer schreibt denn schon jetzt über Weihnachtsplätzchen?

Ich. Und fotografiert habe ich sie im September. Aber der Reihe nach.

Meine erste miterlebte Weihnachtsproduktion für die Living at home fand im August 2008 in Hamburg statt. Ich war als Fotoassistentin in Flipflops dabei und ziemlich nervös. Ich hatte mir bis dahin noch nie den Kopf darüber zerbrochen, wie und überhaupt wann man für Zeitschriften Weihnachtsstories produziert. In den Verlagen findet Weihnachten im Sommer und Ostern im Winter statt. So ist das. Ist ja nicht verwunderlich. Wenn man bedenkt, was für eine Organisation und Logistik an einem einzigen Heft dranhängt. Als Leser macht man sich darüber keine Gedanken. Warum auch? Der Leser soll das ja schließlich genießen. Ich kann das hier ja mal grob skizzieren. Ihr könnt das dann gerne wieder vergessen.

Für eine (!) Fotostrecke muß
a) das Konzept muß erstellt und abgestimmt werden
b) ein Fotograf muß gebucht werden = Motive müssen gestylt & fotografiert werden
c) das Layout muß designt werden
d) Texte müssen geschrieben und redigiert werden
e) das Ganze dann mal xy, je nachdem wieviele neue Produktionen es in einem Heft gibt
f) das ganze Heft muß gesetzt und gedruckt werden
g) das ganze Heft muß in den Vertrieb, also in die Geschäfte gebracht werden


Nun sind ja seit meinem ersten Off-Season-Shooting 7 verflixt-schön-schnelle Jahre vergangen und mir machen diese Produktionen als Fotografin und Stylistin große Freude. Sie sind etwas besonderes. In jeder Hinsicht. Auch wenn man schwitzt, ob die Schokolade auf den Weihnachtsplätzchen bei 30 Grad nicht schmilzt, es bleiben immer wieder im wahrsten Sinne köstliche Anekdoten übrig. Plätzchen weniger.

Die diesjährige Extraheft-Produktion für die Freundin fand in der ersten Septemberwoche statt, bei 30 Grad. Da muß man den Mürbeteig schon sehr schnell, am besten mit einem gefrorenen Nudelholz, ausrollen, damit der nicht verfließt, nicht Anne? In der Küche hat's dann schon mal 35 Grad, wenn der Ofen auf Hochtouren läuft. Aber ich mag's ja heiß. Sommerkind und so. Ihr wisst Bescheid. Hahaha!



Übrigens könnt Ihr mir auch auf Instagram folgen. Dort ist gerade ein feines, kleines Interview zu sehen, welches Sonja Harnisch von feingedacht in der Reihe Feinstories veröffentlicht hat. Vielen Dank dafür, Sonja!

Kommen wir zum Nachteil des Ganzen. Der besteht einzig und alleine darin, dass es mir eine Sache verleidet: Nämlich das private Plätzchenbacken im Dezember. Da ist bei mir irgendwie die Luft raus. Denn das habe ich ja dann schon hinter mir. Aber Advent und Weihnachten genieße ich immer in vollen Zügen. Egal wieviele Weihnachtsproduktionen ich im Sommer hatte.

Falls Ihr die Ausgabe verpasst habt, kein Problem! Ihr könnt Euch das E-Paper vergangener Freundin-Ausgaben (inkl. Extraheft) hier herunterladen. 

DAS REZEPT
Millionairs-Shortbread aus dem Freundin Extraheft
Für ca. 25 Stück:

Für den Teig:
150 g Mehl
25 g Reismehl (ersatzweise Stärke)
125 g Puderzucker
125 g kalte Butter
1 Päckchen Vanillezucker

Für das Karamell:
75 g gesalzene Butter
90 g Sirup
400 g gezuckerte Kondensmilch
125 g Zucker

Außerdem:
2 TL Meersalzflocken

Für die Glasur:
150 g Zartbitterkuvertüre
10 g Kokosfett


Teigzutaten rasch zu einem glatten verkneten. Den Teig in Frischhaltefolie gewickelt ca. 1 Stunde kalt stellen. Ofen auf 150 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Dann zwischen zwei Lagen Backpapier zu einem Rechteck ausrollen (24x24 cm) und in eine eckige Form legen. Obere Lage Backpapier abziehen. Im Ofen ca. 20 Minuten backen. Dann aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen. Alle Zutaten für das Karamell in einen Topf geben und ca. 8 Minuten köcheln lassen. Dann auf dem ausgekühlten Shortbread verstreichen und am besten über Nacht abkühlen lassen. Die Karamellschicht dünn mit Meersalzflocken bestreuen. Kuvertüre fein hacken, mit dem Koksfett über einem Wasserbad schmelzen lassen und auf dem Karamell verstreichen. Dann vollständig abkühlen lassen. Shortbread in schmale Rechtecke schneiden nach Belieben noch einmal mit Meersalz bestreuen.

Zubereitung: 40 Minuten
Kühlzeit: 13 Minuten
Backzeit: 20 Minuten
Haltbarkeit: mind. 3 Wochen (wenn man sehr viel Glück an) :-))

Samstag, 24. Oktober 2015

The Graz Connection // Mein Steirer Burger mit Leberkäs' // Mohn-Krautsalat // Kren-Mayonnaise

Graz // Mariatrost // Kirchenwirt


1961 // Italien // Jesolo

Eis Greissller // Mohn // Kürbiskern



Graz // Kaiser-Josef-Markt

1967 // München // Meine Eltern

Graz // Hauptplatz // Blick auf Schlossberg

Graz // Kaiser-Josef-Markt

1972 // München // An der Isar



1965 // München // Meine Eltern // hot

Prosecco // Traubensaft // Limette // Minze

1976 // Wien // Meine Mama und ich

2010 // Meine Mama und ihr Enkel




1972 // Wien // Meine Eltern // *ultrascharf*

Käferbohnen // Steirische Spezialität



Graz // August 2015 / Die Geschwister


Graz // Färberplatz

Graz // August 2015 // Meine Eltern

Graz // August 2015 // Die Schwestern


Graz // August 2015 // Die Enkel // zwei fehlen leider


Graz // August 2015 // Mit den Kindern

Graz // Kirchenwirt



Als meine Schwester und ich im Frühsommer anfingen Fotos zu sammeln für das Monsterfotoalbum zum 80. Geburtstag unserer Mutter, da war uns noch nicht klar, was uns erwarten würde. Meistens kennt man ja Fotos aus der Vergangenheit der eigenen Eltern, Klassiker, die jeder schon zigmal gesehen hat. Da ist von Schwarzweiß-Aufnahmen bis Farbfotos wirklich alles dabei. Aber dann findet man in einer Ecke doch noch ein Album, welches man noch nicht ganz so gut kannte und liegt vor Lachen unterm Tisch. Weil so skurril, cool und teils wie aus alten Filmen. Und Du denkst, das ist wirklich Deine Mutter, das ist wirklich Dein Vater. Himmel! 

Meine Schwester und ich hatte irre viel Spaß und irre viel Arbeit. In der Mitte hatten wir gefühlte 598 Foto zusammengesucht und wußten, wir müssen definitiv noch rigoros auswählen...bei 5 Geschwistern, 3 Kindern, 7 Enkeln und 3 Wohnorten kommt da schon was zusammen.

Kommen wir zu den Wohnorten. Das Leben meiner Mutter begann in Graz, dort wurden auch meine 2 Tanten und 2 Onkel geboren und meine Bruder. Weiter ging es 1962 nach München. Von Graz hatte sie die Nase voll. Aber unverheiratet und alleinerziehend war es damals überall scheiße. 

München wurde die Herzensstadt meiner Mutter. Dort lernte sie 1965 meinen Vater kennen, einen Bayern durch und durch. Damals fuhr er eine Isetta (davon gibt es leider keine Fotos) und trug eine coole Lederjacke, die ich später noch trug, bis sie auseinanderfiel. Ein Jammer. In München begann nun die heiße Zeit. Partys. Rauchen. Tanzen. Cocktails. Dazwischen wurde gepoltert und geheiratet und meine Schwester 1968 (!) geboren. 

1972 ging es dann aus beruflichen Gründen nach Wien. Hier kam ich dann auf die Welt. Nun waren wir zu dritt. Geboren in drei unterschiedlichen wunderschönen Städten: Graz, München, Wien. Allerdings mit einem Altersabstand von 11 Jahren zwischen meinem Bruder und meiner Schwester und 7 Jahre zwischen meiner Schwester und mir. Wenn ihr jetzt mitgerechnet habt, dann kämt ihr auf einen Altersabstand von 18 Jahren zwischen meinem Bruder und mir. Ordentlich.

Um nochmal auf die traumhaften Geburtsstädte zu kommen; München und Wien liebe ich ja sowieso. In Graz waren wir jeden Sommer als ich ein Kind war (in München meistens um Ostern und im Sommer, weil da meine Großeltern lebten). Die Wanderungen auf den Schöckl sind mir noch in lebhafter Erinnerung. Und das St. Radegunder Schwimmbad ebenso. Graz hat aber noch eine andere Bedeutung für mich. 1995 war ich einige Zeit in Graz, um mich auf die Aufnahmeprüfung für Klavier vorzubereiten. Wie ihr Euch danken könnt, habe ich die Prüfung nicht bestanden, sonst würdest ihr das eventuell nicht lesen. Denn dann hätte es mich woandershin verschlagen.

Graz ist eine wundervolle Stadt. Warum war ich das letzte Mal vor 7 Jahren in Graz? Graz ist hipp und modern. Hat eine wunderschöne Architektur, hat kulturell was zu bieten (u.a. Steirischer Herbst, eine Institution, u.m.), ist Universitätsstadt und war Kulturhauptstadt 2003. Graz hat tolle Ecken zum Ausgehen, alles gut fußläußig erreichbar, alles überschaubar. Und viel Natur drumrum. Da könnt man schon schön leben, dachte ich mir im August.

Denn da trafen wir uns alle, um den 80. Geburtstag unserer Mutter zu feiern. Der engste Kreis kam aus Graz, Wien, Leoben, Schwäbisch Gmünd, aus Verona, München, Riga, Köln und Essen. Schon eine bunte Mischung.

Es war wirklich ein sehr schöner, lustiger und kurzweiliger 80. Geburtstag.

***

Nun zu den Rezepten: 

Der Steirer-Burger setzt sich zusammen aus Vollkornsemmerln, Leberkäse, Krautsalat und Krenmayonnaise:  
 
Selbstgemachter Leberkäse

400 g Hackfleisch

450 g Schweinehack
20 g Zwiebel
1 Knoblauchzehe
½ TL Pimenton de la vera
½ TL Ingwerpulver
½ TL Kardamon
1 TL Pfeffer
½ TL Muskat
150 ml kaltes Mineralwasser
15 g Pökelsalz (vom Metzger)

Backofen-Thermometer

Zwiebel und Knoblauch sehr fein hacken. Hackfleisch in eine große Schüssel geben, Gewürze, gehackte Zwiebel und Knoblauch dazugeben und zusammen mit dem kalten Mineralwasser mit einem Pürierstab oder besser einer Küchenmaschine zu einer klebrigen Masse verarbeiten, bis das Wasser gebunden ist. Wenn man den Pürierstab benutzt, immer zwischendurch mal auskühlen lassen, da er schnell überhitzt. Zum Schluß das Pökelsalz für die typische Rötung unterrühren und nochmal sehr gut durchmischen.

Backofen auf 150 Grad vorheizen. Eine Kastenform einölen oder mit Backpapier auslegen und die Fleischmasse darin mit so wenig Luftbläschen wie möglich verstreichen. Immer wieder fest andrücken. 

In den Ofen ein Gefäß mit etwas Wasser stellen,damit das Fleisch nicht austrocknet. Etwa 1-1,5 Stunden backen. Wenn der Leberkäse schon etwas fest ist, das Thermometer hineinstecken. Wenn das Fleisch eine Innentemperatur von 70 Grad hat, ist er fertig.


Vollkorn-Semmerl (für 3 Stück)

200 g Vollkornmehl

½ TL Weinstein-Backpulver

1 TL Honig

100 ml lauwarmes Wasser

1 TL Bio-Trockenhefe

½ TL Salz

½ TL Kardamon

2 EL Olivenöl

1-2 EL schwarzer und weißer Sesam



Das Mehl mit dem Backpulver mischen. Den Honig mit dem Wasser und der Trockenhefe verrühren und zum Mehl geben. Kurz verkneten. Nun das Salz, das Kardamon und das Öl hinzufügen und etwa 3 Minuten kräftig kneten. Den Teig in eine mit Olivenöl eingeriebene Schüssel geben, abdecken und etwa 2 Stunden gehen lassen. Nun den Teig in 3 gleichgroße Stücke teilen und zu Kugeln formen. Backblech etwas einfetten und mehlen und die Kugeln darauf etwas flachdrücken. Mit Wasser bepinseln und mit den Sesamsorten bestreuen. Die Brötchen abgedeckt nochmal 1 Stunde gehen lassen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen und die Brötchen etwa 20 -30 Minuten backen.





Krautsalat mit Rukola
130 g Spitzkohl

1 getr. Chilischote, gemörsert

2 EL Olivenöl

1 EL Mohnhonig (z.B. Wiener Honig, oder herkömmlichen Honig)

3 EL hellen Essig

1 TL Mohn

1 TL Fleur de sel

50 g Rucola



Kohl hobeln oder sehr fein schneiden. Für das Dressing alle Zutaten miteinander verrühren und unter dem Kohl mischen. Zum Schluß den Rucola unterheben.


 
Kren-Mayonnaise (=Merrettich)
1 EL mittelscharfen Senf
1 TL Salz
1 Bio-Ei
125 ml Rapsöl
1-2 EL frischen Kren

In ein hohes Gefäß den Senf, das Salz, das Öl und das ganze (!) Ei geben und mit einem Pürierstab einige Sekunden pürieren. Fertig! Dann den frischen Kren je nach Geschmack unterrühren.

Wer keinen frischen Kren bekommt (er ist recht scharf, wasabiähnlich), der nimmt Kren aus dem Glas. Bei der Variante kann man dann allerdings gerne scharfen Senf verwenden.



 
Käferbohnensalat mit Speck und Kürbiskernöl

200 g Käferbohnen (ersatzweise Wachtelbohnen)

100 g Borlottibohnen

½ rote Zwiebel

40 g Speck

3 EL Kürbiskernöl

3 EL heller Essig

1 TL Salz

1 EL Zitronensaft

10 g Pistazienkerne

1TL rosa Beeren



Käferbohnen über Nacht (etwa 12 Stunden) einweichen. Einweichwasser abgießen und mit frischem Wasser gut 1,5 Stunden ohne Salz kochen. In der Zwischenzeit die Zwiebel in feine Ringe schneiden. Den Speck grob würfeln und kross anbraten. Dressing aus Kürbiskernöl, Essig, Salz und Zitronensaft zubereiten. Wenn die Bohnen vollständig gekocht sind, abtropfen und auskühlen lassen. Mit den anderen Bohnen, den Zwiebeln, dem Speck, den Pistazienkernen und dem Dressing mischen. Mit zerstossenen rosa Beeren bestreuen.