Dienstag, 14. Oktober 2014

il dolce far niente















© vom söhnchen gemacht






getrocknete sardinen - in the making












© vom söhnchen gemacht









arrivederci lago di garda
W
 
Der prächtige und warme Altweibersommer hat mich noch kürzlich (im Oktober) dazu gebracht wieder in luftigen Röckchen, ärmellos und in Sandalen herumzulaufen und somit möglichst lange das Sommergefühl aufrechtzuerhalten. Dazu gehört auch mich möglichst viel draußen aufzuhalten: bis spät Abends draußen im Café zu sitzen oder mit einem Teller Pasta über die Straße zum Rhein zu gehen und dort mit einem Glas Wein das Leben zu genießen. Die Sonne schimmert golden über den Fluß, ich liege im Gras und bin schlicht und ergreifend – mehr ergreifend, denn schlicht – glücklich. Und habe dabei Gedanken und Gefühlschnipsel von Italien: der Duft von Oleander, das Plätzchen von Wasser, ein Teller Pasta und Wein. Eigentlich nicht allzu viel anders wie hier in Köln. Das süße Leben gibt es eben überall, wenn man es lebt. Mein buntes, quirliges Eckchen, wo ich wohne, in dessen Mitte ein Café ist, wo immer was los ist, die Nähe des Rheins, die Menschen, die man mittlerweile kennt und die Menschen, die man neu kennenlernt. Köln ist Italien. Irgendwie. Italien ist überall. Und Italien ist in meinem Herzen. Die Bilder von unserem diesjährigen Sommerurlaub tun ihr übriges. Und ein Teller mit duftenden Spaghetti all'amatriciana setzen dem ganzen ihr Krönchen auf. Köln ist Italien. Italien ist überall. Man muß es nur finden und leben. Habt Ihr auch Euer Italien zuhause? 

Ciao
 W Eure la petite cuisine W

Samstag, 26. Juli 2014

sommerliebe // gazpacho















 
Dem Sommer wohnt eine Leichtigkeit inne. Die Luft ist zwar oftmals schwer, aber die Kleidung ist leicht, manchmal nur ein Hauch von Nichts. Man ist barfuß unterwegs, am Strand, auf der Wiese, zu Hause. Spürt die flirrende Hitze und auch den leichten verführerischen Lufthauch im Nacken. Die Sonnenstrahlen tauchen morgens ins Innere und lassen eine bunte Sommerwiese erblühen. Ein Seufzer, ein Atmen, zu mehr ist man oft nicht in der Lage.

Für manche ist die Hitze quälend. Für mich bedeutet sie Leben und Unbeschwerheit. Dazu gehört auch unbeschwert im Schatten nichts zu tun. Höchstens einen Schluck Wasser zu sich zu nehmen. Oder einen Tinto de Verano. In südlichen Ländern gibt es den schönen Brauch der Siesta. Dann rattern solidarisch um 13 Uhr die Rollläden herunter. Nun gibt man sich der Ruhe und Kühle der vier Wände hin. Dafür dauert dann der Nachmittag auch gerne bis 20 Uhr...bis es langsam in den Abend übergeht. 

Für mich bedeutet Sommer, nicht im Schatten frieren zu müssen und ich geniesse es dann mit jeder Faser. Ich atme den Sommer. Er geht bei mir durch und durch. Meine Lebensgeister, meine Kreativität, meine Lebenslust sind in Höchstform, etwas gedrosselt von meiner Physis, die sich erst an die Hitze gewöhnen muß. Hat sich aber (mein) Körper erst man an eine hohe Temperatur gewöhnt, ist mit mir gut Gazpacho essen. Das auf und ab, belastet mich mehr und stresst mich physisch und psychisch. Ja, ich bin ein ausgesprochen wetterabhängiges Etwas, abhängig von Sonne und Wärme. Und ja, es ist etwas unpraktisch mit diesen körperlichen Gegebenheiten in einem Land zu leben, in dem es länger kalt, ungemütlich, windig und regnerisch ist, als eben warm, heiß, flirrend, wohlig, leicht und schwer zugleich. Als ich für einige Zeit in Sevilla war, wo einem Hitze immer und überall begegnet und man frischgeduscht im 18 Uhr sofort schweißgebadet (ich mit einem verschwitzten Lächeln auf dem Gesicht) in die nächste schattige Gasse flüchtet, begibt man sich gerne in die nächste Bar, um Tinto de Verano und Gazpacho (oder Tapas) zu bestellen. Herrlich!

Gazpacho, diese hier süß-scharfe Variation, bringt den Kreislauf ein bißchen in Fahrt. Keine Achterbahnfahrt, eher ein sachtes Schaukeln in der Hollywoodschaukel. Schön gekühlt muß sie sein. Fantastisch mit Eiswürfel darin.

Mich hat die Gazpacho dazu inspiriert diesen Text abends bei 30 Grad zu schreiben. Liegend auf dem Fußboden ohne zu frieren. Hach, wie schön ist doch der Sommer. Ich süßes, wahres Sommerkind.

Mittwoch, 18. Juni 2014

die entdeckung der langsamkeit


















Die Langsamkeit ist uns abhanden gekommen. Deshalb möchte ich heute ein Plädoyer auf die Langsamkeit schreiben. Heutzutage geschieht vieles in großer Hektik, in großer Geschäftigkeit und großem Stress, ich nehme mich da bekanntlich nicht aus. Der Gedanke über diese so vernachlässigte – ich nenne es mal Tugend – kam mir beim Essen dieser großen grünen Artischocke. Der Genuß einer Artischocke, das Abzupfen der einzelnen Blätter, das Eintauchen dieser in die Vinaigrette führte solch eine Gemächlichkeit herbei, katapultierte mich fast in einen Ruhezustand. Ich kam zu dem Schluß das man eine Artischocke nicht einfach verschlingen und verputzen, sie nicht mit Messer und Gabel vergewaltigen kann wie ein Stück Fleisch, sondern sie einen zwingt es eben langsam anzugehen. Jedes Blättchen möchte mit Sorgfalt behandelt und verzehrt werden. So sollte man es wohl mit jeder Speise handhaben.

Warum fällt es uns nur so schwer unserem Leben mit Langsamkeit zu begegnen? Hier mag man viele auch vermeintlich gute Gründe angeben: Die viele Arbeit, die vielen Emails und vielen Termine, das Kind, welches man gleich abholen muß im großen Verkehr, der viele liegengebliebene Haushalt, die Steuer, der Garten oder der Balkon, der gepflegt werden will. Dem Kind, den Freunden, den Nachbarn und dem Partner, denen man gerecht werden will. Ach, es gibt so vieles, was hier genannt werden könnte. Und alles muß schnell und möglichst effizient erledigt und abgearbeitet werden.

Eine Artischocke möchte nicht so behandelt werden und unser Körper und unser wertvolles Leben auch nicht. Eine gute Freundin gab mir von einigen Wochen mal den Rat eine ganze lange Minute nur mal zu Atmen und absolut nichts zu tun und zu sehen wie lange diese Minute währt und das wir 1440 Minuten am Tag zur Verfügung haben. Das erscheint erst einmal wie eine langweilige mathematische Rechnung und mit Mathe hab's ich ja auch nicht so. Es geht letztendlich nur um die Rückbesinnung der Zeit, die natürlich nicht unendlich ist. Aber muß man denn immer so viele Erledigungen in einen Tag packen oder zumindest in fast jeden Tag der Woche? Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder und erstaunlicherweise bin ich ganz ohne etwas Zutun in mehr Ruhe „verfallen“, indem mein Körper die letzten zwei Wochen förmlich nach Schlaf schrie. Fast jeden Abend fiel ich mit dem Kinde in einen dermaßen erholsamen zehnstündigen Schlaf, unmöglich mich dagegen zu wehren, wie ich es sonst gewohnt war, um all das noch am Abend zu erledigen, wozu ich tagsüber nicht gekommen war.

Doch der gefühlt nachgeholte Schlaf der letzten Jahre brachte mich tagsüber in eine erstaunliche Ruhe und Gleichmütigkeit, obwohl die letzten zwei Wochen wahrlich kein Zuckerschlecken waren. Aber anstatt den Kopf in den Sand zu stecken hat meine Körper nach Erholung verlangt. So absurd und simple es klingen mag, ich erledige nun einige wichtige Dinge voller Frische am frühen Morgen und starte befreit in den ruhigeren Tag. Viele Menschen machen das instinktiv so, weil ihr Biorhythmus das immer schon verlangte. Vielleicht liegt meine Kehrtwende auch daran, dass ich älter werde. Ich habe mich immer als Nachteule gesehen, die die ungestörten Spätabendundnachtstunden auch vermeintlich voll genossen hat, aber langfristig auf Kosten meines Körpers und meines Seelenfriedens. Um das zu begreifen mußte ich wohl etwas älter werden. Der Schlaf und die Artischocke hat mich weise gemacht. :-) Ich werde jetzt öfter Artischocke essen. Sie bringt mir Ruhe, gute Gedanken und ist gesund.

Habt alle einen ruhigen und besinnlichen Tag! 


Donnerstag, 22. Mai 2014

Espana mi amor // pinchos de lomo y serrano con salsa picante // Spanish Tapas Week






Las Alpujarras






Granada, Alhambra




Sevilla

Ich wollte ja mal nach Spanien auswandern. Irgendwie kam mir ein Mann dazwischen. Aber das ist jetzt schon ein Weile her. Meine Liebe zu Spanien entdeckte ich mit süßen siebzehn Jahren. In der wilden und rauen Gegend der Alpujarras, dort wo Abends in kleinen Bars irgendjemand eine Gitarre herausholt und irgendjemand aufsteht und anfängt Flamenco zu tanzen. Dieses pure und teils karge Leben, diese Unmittelbarkeit hatten mich von da an fasziniert. Einige Jahre später verbrachte ich mehrere Wochen in Sevilla und genoss hier in berauschender und unerträglicher Hitze mittags Tapas und tinto de verano. Am liebsten gazpacho (kalte Gemüsesuppe), lomo (Schweinfleischestückchen), boquerones (Sardellen) und albondigas (Fleischbällchen in Tomatensauce). Während meines Studiums (ich mal mal ein paar Jahre Spanisch studiert...) ging ich für ein Semester nach Madrid und wollte eigentlich nicht mehr weg. 

Da auch spanische Studenten nicht viel Geld haben, aber gerne feiern und Freunde einladen, gab es fast zu jeder Tageszeit Tortilla, eine Art Omlette aus Kartoffeln, Zwiebeln und Ei. Konsequenterweise brachte mir meine liebe Freundin Chus und meine Mitbewohnerin Susana bei Tortilla zu machen. Dieses wundervolle einfache Gericht ist bis heute Bestandteil meiner Küche.

Aber heute habe ich mich für eine Interpretation der Schweinefleisch-Tapas aus Sevilla entschieden. Herausgekommen dabei sind diese köstlichen scharfen Spiesschen! Delicioso! 

Dafür verwendet habe ich unter anderem Serrano-Schinken (ETG Jamón Serrano) Rotwein und Roséwein aus Ribera del Duero (DOP), extra natives Olivenöl aus Baena (DOP). Dies sind die mit Gütesiegel ausgezeichneten Produkte, die im Zuge der EU-Kampagne Original Flavors - The Mediterranean Essence - im Mittelpunkt stehen. Sie repräsentieren das gastronomische Kulturerbe der Mittelmeerküche und haben mich als einer der Gastgeberinnen der Spanish Tapas Week zu der Schweinefleischspiess-Variante inspiriert. 

Da ich jetzt so schön in Erinnerungen schwelge und alte Fotos angeschaut habe, höre ich mir gleich mal wieder Paco de Lucia an. Einer der größten Flamenco-Gitarristen ever!! Dazu gibt's Lomo und ein Gläschen Rosé.

Und wer sind die anderen Gastgeberinnen?

Hasta luego chicos!

Dieser Post entstand in Zusammenarbeit mit der EU-Kampagne Original Flavors – The Mediterranean Essence.