Donnerstag, 12. September 2013

von bergen, almen, edelweiss, kühen, lederhosen, jungbauern und apfelstrudel


Granglerhütte, 1350 m Seehöhe

















Weißpriach Tal, 1100 m Seehöhe





















Prebersee, alpiner Moorsee, 1500 m Seehöhe







"Kim aufi!", ruft der kleine Junge. Mein Sohn schaut mich fragend an. Ja, er muß sich noch umgewöhnen. An die Sprache, - wir kommen gerade vom Gardasee - an die Lederhosen, an die kühlere Luft, die Berge ringsherum und die Kühe, die überall rumstehen und gehen. Ich muß auch erst wechseln von 33 Grad im Schatten, Aperol Sprizz am Pool und Pasta auf Wanderschuhe, PreiselBier (echt sauguat) und Brettljausen. Aber das ist schnell geschehen.

Obwohl ich die Hitze liebe, so richtig durchatmen in den Bergen hat auch seinen Reiz.

Das Weißpriach Tal! Das war in diesem Sommer das mit schönste Naturerlebnis meines bisherigen Lebens. Diese Ruhe. Diese kristallklaren Gewässer der Bergbäche. Unbeschreiblich. Zum Verweilen lädt die urige Granglerhütte ein. Und die Kühe laufen überall umanand. Das hat was von Berg-und-Wiesen-Anarchie. Sie stapfen durch Wälder, über Wiesen, durch Bäche, auf Wegen. Egal. Einfach durch. Irgendeine Ordnung besagt, dass die Kühe vom Bauern X glockenbimmelnd laufen dürfen, während die vom Bauern Y hinterm Zaun stehen müssen. Schauend und muhend. Das Leben ist manchmal ungerecht.

Ich mag Kühe. Wirklich. Ich hab nur Respekt vor der gewaltigen Zunge. Als Kind wurde mir mal die Hand abgeschleckt und ich dachte damals panisch sie bliebe an der haarigen, nassfeuchten Zunge kleben. Deswegen streichle ich die heute lieber nicht mehr so nah am Maul und Juju versteckt sich erstmal vorsichtshalber hinter mir. Man kann nie wissen. Aber das kleine Kalberl hat's ihm angetan. Hingebungsvoll und hungrig saugt es gierig an dem Milcheimer mit dem Nuckel und schlabbert in der Hektik viel daneben. "Ich will heute Abend auch eine Milchflasche!", fordert mein Sohn bei diesem Anblick ein. "Möchtest Du gleich die frisch gemolkene haben?", frage ich ihn.

Er versteht nicht was ich meine. Er weiß noch nicht wo die Milch herkommt. Aber als die Bäuerin die erste Kuh melkt, steht Juju mit großen Augen daneben und bemerkt, dass da aus der Kuh „Milch rauskommt“. Lebendiger Anschauungsunterricht.

Als es zum "Hei'gen" (dt. Heuen/Heu ernten) geht, ist mein Großerkleiner auch gleich mit dabei. Mit wahrer Freude und regelrechtem Arbeitseifer wirft mein Sohn Heugabel um Heugabel auf den Anhänger. Die Träger rutschen ihm von den Schultern, er hat rote Wangerln und ich schaue ihm gerne dabei zu. Als ich nach einer Weile anmerke, ob er nicht mal zum Abendessen reinkommen wolle, entgegnet er: "Nein, ich muß noch arbeiten!" Ich lasse ihm seinen Willen. Soll er sich beim Heuen schön verausgaben.

Wenn ich so zurückdenke an unsere Bauernhofurlaube auf dem Feierlhof vor 30 Jahren, war es nicht anders. Stundenlang war ich im Stall, auf dem Heuboden, im Misthaufen, in den Obstbäumen oder sonstwo auf dem Hof. Ich hab den Feierl-Bauern bewundert, der eine Kuh immer mit den Händen gemolken hat, weil diese die Melkmaschine nicht vertrug. Er saß dann auf einem uralten dreibeinigen Holzschemel und legte seine kräftigen Hände an die Euter. Die Milch floß nur so in den Eimer. Neugierig stand ich daneben, bis er mich einlud, auch mal zu probieren. Ich tat mein bestes, aber ich habe nicht einen einzigen Spritzer aus der Kuh herausbekommen. Aber Abend roch ich immer nach Kuh oder Schwein oder allem zusammen. Ich liebe diesen Geruch. Meine Mutter steckte mich lachend in die Wanne.

Wenn ich dann heute, nach 30 Jahren, im Kuhstall bin, und der Stallgeruch in der Luft liegt, weckt das (als Städterin) einfach wunderschöne Erinnerungen.

Einmal wurden wir Nachts aufgeweckt (meine Mutter, meine Schwester und ich) als die Katze im Schweinestall ihre Jungen bekam und mit einer Laterne sind wir über den Hof gegangen. Eines hat die Katzenmutter nicht angenommen, das durften wir mit der Flasche füttern. Ich sag Euch, gibt es etwas Schönes für Kinder? Wir waren damals glückselig.

Juju dagegen ist den Kühen und dem Schwein gegenüber noch skeptisch, im Gegensatz zum kleinen Jungen vom Hof. Man merkt, dass er das jeden Tag mehrmals sieht und überall dabei ist. Er rennt seiner Mutter vor die Füße, die die schwere, mit Mist bepackte Schubkarre zum Misthaufen schiebt und hat keine Angst vor Karoline, Josephine und Alma, den Kuhdamen.

Mein kleiner Bursch' hingehen hilft lieber wieder mit wenn es ums Heu geht. Er stiefelt die Treppe zum Heustadl hoch und schiebt Heu mit der Gabel runter in den Stall, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Ich muß schmunzeln über meinen kleinen Jungbauern und denke dann an meine erste (und letzte) miterlebte Schweineschlachtung.

Im nachhinein betrachtet, war das alles schon sehr urig. Der Bauer selbst hat das Schwein gepackt und auf einmal ging es ganz schnell. Im Innenhof auf einem alten Schlachttisch hat er es zerlegt und bis zum frühen Abend wurde gearbeitet. Die blinde Großmutter hat auf dem Hof in der Sonne die Därme ausgespült und der Bauer hat das Blut mit Kübeln voller Wasser etwas weggeschwemmt. Alpträume hatte ich keine, wenn das jemand denkt, es gehörte in der Ferienzeit zum Hofleben dazu und wenn man helfen wollte, durfte man das auch.

Auch wurde einmal ein kleiner Stier auf den Hof gelassen. Ich weiß nicht mehr warum, der war ganz schön wild und hätte einen tollkühnen Gast fast auf die Hörner genommen. Wir Kinder schauten uns den Spaß aus unserem Fenster aus an.

Gab's nichts zu Gucken waren wir im Heuboden und sind von den Balken runter ins Heu gesprungen. Rauf und runter. Rauf und runter. Und mit den Gummistiefeln durch den Misthaufen. Yeah! Meine Mutter war hellauf begeistert.

Juju ist kein Kind, welches besonders gerne läuft. Zuhause können schon 30 Meter eine Herausforderung sein. Daher war ich wegen der bevorstehenden Wanderungen etwas nervös. Aber statt einem quengeligen Kind, welches grantig über den Boden rutscht, lief er immer guter Laune, egal ob im Regen, oder in der Sonne, neben uns, oder meist vor uns her. Dafür hat er in diesen Tagen unglaubliche Mengen Essen verputzt: ein Teller Pommes frites mit Grillwürstl war weg im Nu. Und auf dem Weg zurück schlief er dann selig im Auto, Kraft tanken für die allabendliche Stallarbeit.


Berge, wir kommen wieder! W

Montag, 9. September 2013

teilnehmer des wein,- fingerfood und fotografie workshops


Vielen herzlichen Dank für all die schönen Einsendungen zur Teilnahme am Wein,-Fingerfood- und Fotografieworkshop am 21.10.2013 in Hamburg!

Wie auch im vergangenen Jahr habt Ihr Euch richtig ins Zeug gelegt und mit Kreativität und Geniesserfreude überzeugt.

In den kommenden Tagen erhalten die Teilnehmer eine persönliche Email.

Ich freue mich auf Euch
Eure la petite cuisine

Dienstag, 13. August 2013

NEU: kinderküche 1 - spaghetti mit erbsensauce





















Ab heute gibt es eine neue Rubrik hier: Kinderküche, die auch Großen schmeckt. Denn wer kennt das nicht; das Kind ißt dies und jenes nicht, aber einem selber kommen die 9,5 Varianten Kartoffeln mit Ei schon bei den Ohren raus. Daher habe ich mich aufgerafft ab und zu ein kinder- und erwachsenentaugliches Rezept zu zeigen, welches hier im Hause großen Anklang findet. Und keine Angst ich werde nicht jedes mal ein Märchen erzählen, aber vielleicht ;)

Habt einen zauberhaften Sommer!

Übrigens ist das Erbsenausschoten ist eine lustige Beschäftigung für Groß und Klein!  


Es war einmal ein kleiner Ritter der wollte so gerne auch mit den großen Rittern losziehen, wenn sie mit ihren tollen Pferden losritten. Das war sicher sehr aufregend. Aber er war noch zu klein und mußte noch auf der Burg bleiben. Eines Tages aber rief ihn der Burgherr zu sich und sprach: „Nun, kleiner Ritter, wie ich höre willst Du gerne mit den anderen mitreiten. Stimmt das?“ „Ja“, sprach, da Wendelin“, das wünsche ich mir schon soo lange.“ „Dann mußt Du Dich wohl bereitmachen, denn ab heute bist Du ein großer Ritter und darfst mitziehen.“ Der kleine, äh, großer Ritter, konnte es gar nicht glauben. Hatte er richtig gehört? Er stand da und starrte den Burgherrn an. „Hat es Dir die Sprache verschlagen?“, sagte der Burgherr. „Oh, nein, mhh, ja, also...“stotterte da Wendelin. Er schaffte es gerade noch sich artig zu bedanken und lief ganz eilig zu seiner Hütte. Dort zerrte er seine Rüstung aus dem Schrank und polierte sie, bis er sich darin spiegelte. Zufrieden besah er seine Arbeit. Dann ging er zu seinem Pferd, streichelte es und begann es zu bürsten und zu kämmen. Es sollte für den ersten Ausritt genauso prächtig aussehen wie er.

Es war schon spät Abends und so ging er ganz aufgeregt zu Bett. Am nächsten Tag klingelt in aller Frühe der Wecker: Zeit aufzubrechen. Wendelin schlüpfte in seine glänzende Rüstung und bestieg sein geschmücktes Pferd.


Im Auftrag des Burgherrn zogen sie los, um herauszufinden warum es seit einigen Tagen so furchtbar heiß war. Es war kaum auszuhalten und jeden Tag wurde die Hitze größer. Der kleine Ritter begann schon in seiner Rüstung zu schwitzen, aber das störte ihn nicht. Er war endlich dabei!

              
Sie ritten lange durch Berge und Täler, durch Bäche und Wälder und schwitzen alle ganz fürchterlich. Da hörten sie in der Ferne ein tiefes Grollen. Zuerst dachten sie es wäre ein Gewitter, aber da hörten sie auch ein wütendes Fauchen. Nein, nein, das konnte unmöglich ein Gewitter sein. Je weiter sei ritten, desto lauter wurden die Geräusche und die Erde bebte. Da bekamen sie es mit der Angst zu tun. Was war das bloß? Aber es half nichts. Sie mußten weiter.

Sie traten aus dem Wald, durch den sie geritten waren und da sahen sie einen riesigen Berg vor sich, aus dessen Mitte es qualmte und rauchte. „Das ist aber ganz schön unheimlich“, dachte sich das der kleine Ritter. Sie blieben stehen und überlegten gemeinsam, was zu tun war.




Was sie nicht wußten: in Inneren des Berges war ein kleiner Feuerdrache. Der hieß Wetzel. Seit ein paar Tagen spukte er unablässig Feuer und konnte nicht damit aufhören. Es war so ähnlich wie ein Schluckauf nur viel viel schlimmer. Vor lauter Zorn, nicht damit aufhören können, stampfte er immer wieder mit seinen großen Füßen auf, dass der Boden nur so wackelte. Da fauchte er ganz wütend, auch wenn es ihm dadurch nur noch heißer wurde. Und dabei glühte der Berg schon von ihnen und außen.


Plötzlich machte es ganz laut „Buuhhhh“, aus allen Richtungen. Die Ritter waren in den Berg geschlichen und bewarfen nun den Drachen mit Erbsen, indem sie die Schoten ganz schnell zusammendrückten, sodass die Erbsen wie kleine Kanonenkugeln auf den Drachen trafen.


Überall bekam er die kleinen harten grünen Dinger ab. Am Hals, am Schwanz, an der Wange, am Knie und auf der Nase. Einfach überall.


Er war so erschrocken darüber, und hatte gar nicht die Zeit „Aua“ zu rufen, als er bemerkte, dass das Feuerspuken aufgehört hatte.  


Auf einmal war es ganz still im Berg und die Ritter schauten den Drachen an und der Drache die Ritter. Da begann der kleine Drache sich zu freuen und um den Rittern das zu zeigen begann er sich zu drehen und zu tanzen. Aber ganz plötzlich gerieten seine Arme und Beine durcheinander, er stolperte und strauchelte und fiel der Länge nach mit einem lauten „Wummmms-Rumms-Plummmps“ hin. Die Erbsen, ja die Erbsen waren schuld daran gewesen.  


Schon hatten die Ritter Sorge, der Drache würde wieder Feuer spuken, denn er war so außer Atem, dass aus seinem großen Mund furchtbar heiße Luft kam. Aber der Drache spukte nicht Feuer. Er begann zu lachen und da lachten auch die Ritter mit und freuten sich, dass sie nicht mehr so viel schwitzen mußten. Und der Drache sagte Tschüss zu den Rittern und freute sich, dass er nicht mehr Feuerspucken mußte.


P.S: Wir befinden uns seit Kurzem in der Saurier,- und Ritter-, und Drachen-Phase und jedem Abend muß ich mir eine "Saurer-Gezähle" oder "Ritter-Drachen-Gezähle" ausdenken, wobei das entstand ;)





Mittwoch, 7. August 2013

Wein-, Fingerfoodparty und Fotoworkshop in Kev's Kitchen in Hamburg

Nun ist fast schon wieder ein Jahr vorbei und es ist wieder soweit!

Zum zweiten Mal lade ich im Auftrag des Weinverbandes InterOc zur Pays d'Oc IGP Fingerfoodparty ein. Diesmal findet das Kreativ-Genuss-Event aber in Hamburg statt.

Am 21.9.2013 findet der Workshop in Kev's Kitchen, Pelzerstrasse 13, Hamburg, von 11-20 Uhr statt. An diesem Tag wird sich alles um Kochen, Essen, Wein trinken, Fotografieren und Genießen drehen.

Wie auch letztes Jahr werdet Ihr nicht nur originelle Fingerfoodgerichte kennenlernen und wie man diese optimal zu Pays d'Oc IGP Weinen kombiniert, sondern auch wie man das Alles besonders hübsch in Szene setzten kann. 10 Blogger werden an diesem Tag gemeinsam kochen, stylen, fotografieren und verkosten. Gibt es einen schönen Anlass, als so mit anderen Bloggern ins Gespräch zu kommen?

Als leidenschaftliche Hobbyköche und Foodblogger wisst Ihr ja, dass die richtige Auswahl des Weines das Sahnehäubchen zu einem erinnerungswürdigen Essen ist. Mit der richtigen Auswahl des Weines können die verschiedenen Aromen der Gerichte intensiviert und zu einem einmaligen Geschmackserlebnis werden. Neben viele anderen Weinbauregionen bieten sich die Weine aus dem Pays d'Oc, ein Anbaugebiet im südfranzösischen Languedoc-Roussillon, sehr gut an. Die 56 zugelassenen Rebsorten der dort ansässigen Winzer bieten eine reiche und vielseitige Auswahl an charakterstarken Weinen.



Teilnahmeablauf:
Das Event ist kostenlos - allerdings bietet das Kev's Kitchen nur Platz für 10 Teilnehmer. Interessierte Foodblogger können sich bis zum 01.09.2013 (bis 0:00) bewerben. Dazu erstellen sie einen Blogpost und veröffentlichen den Link zu ihrem Post als Kommentar unter dieser Ankündigung von La petite cuisine.

Der Bewerbungs-Post muß enthalten:
1) 1 Fingerfoodrezept (es muss nicht selbst kreiert, sollte aber selbst gekocht sein) mit mindestens einem selbst fotografierten Foodfoto.
2) Der eingebaute Badge (siehe unten)
3) Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse für die Benachrichtigung im Fall des Gewinns an paysdoc.fingerfoodparty@sopexa.com

Die Teilnehmer werden aus alle Bewerbungen von einer Jury ausgewählt. In der Jury: InterOc (der Weinverband für Pays d’Oc IGP) und La Petite Cuisine.
Die Gewinner werden bis zum 08.09.2013 per E-Mail informiert und auf meinem Blog (La Petite Cuisine) bekannt gegeben.



Teilnahmebedingungen:
Bewerben können sich Foodblogger aus Deutschland, die zum Zeitpunkt der Veranstaltung ihr 18. Lebensjahr vollendet haben werden, in deutscher Sprache bloggen und deren Blog es bereits seit dem 1.1.2013 gab. Eine Mehrfachteilnahme ist ausgeschlossen. Nur Einträge, die vor dem Teilnahmeschluss (1.9.2013) und unter Nennung einer gültigen E-Mail-Adresse abgegeben werden, werden berücksichtigt. La Petite Cuisine übernimmt keine Verantwortung für fehlende, verspätete oder an falscher Stelle abgegebene Einträge.
Die Jury (InterOc, La Petite Cuisine) behält sich vor, unter allen Einsendungen die Blogger mit den 10 schönsten Beiträge auszuwählen. Diese erhalten je einen Teilnahmeplatz am Kreativ-Event „Pays d’Oc Fingerfood Party“. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Alle Gewinner werden bis zum 08.09.2013 per E-Mail informiert und auf La Petite Cuisine verkündet.

Für eventuelle Nachfrage wendet Euch bitte an:
paysdoc.fingerfoodparty@sopexa.com


Viel Spaß beim Kochen und Fotografieren wünscht Euch Eure la petite cuisine
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