Sonntag, 9. Dezember 2012

die nacht in den zweiten advent - mit viel crostata di chai - oder wie ich nicht journalistin wurde











Blog-Premiere! Alles was ich heute an Text oder vermeintlichen Wörtern, Sätzen, was sag ich, Buchstaben, zusammenkriege ist ganz furchtbar ungenießbar! So ungenießbar, dass ich meinen Bildschirm am liebsten zusammenknüllen und in die Ecke werfen würde. Vor allem fühle ich mich das erste Mal, seit Beginn dieses Blogs, zurückversetzt in die Zeit als ich für eine Kölner Tageszeitung schrieb. Es waren damals oft endlose Nächte vor dem Rechner in einem großen leeren Gebäude, in denen jeder Satz sich rausquälte wie eingetrockneter Ahornsirup. Stunden später, am nächsten Morgen, nicht selten mit rotunterlaufenden Augen, waren die kleinen Artikel fertig und ich ahnte schon während meines Studiums, dass ich in diesem Beruf nicht glücklich werden würde und vor allem zu wenig Schlaf bekäme. Als meine (wirklich sehr nette und geduldige) Chefredakteurin eines Tages sagte: „Frau Schanz, wir sind eine Tageszeitung und keine Wochenzeitung“. War die Sache klar: no more writing for the Kölner Stadt-Anzeiger oder andere Blätter. Es sollten allerdings noch ein paar Jahre vergehen, bis ich den Weg zur Kamera fand. Ein Segen für mich und für die leitenden Redakteure.

Sicher kennen diejenige, die einen Blog haben oder anderweitig schreibend unterwegs sind, dieses Phänomen, wenn sich das weiße Blatt nicht füllen will. Gähn! Im nicht so guten Falle kann sich das zu einer Neurose auswachsen. Schüttel!

Und wie ich so diesen ganzen Frust reinigend herunter schreibe, merke ich klammheimlich, dass diese Schreiberei nichts mehr, aber auch gar nichts mehr mit dem Thema zu tun hat, mit dem ich vor zwei Stunden begonnen habe. Nichts steht bisher hier von dem köstlich duftenden und heißen Getränk, dem Chai-Tee, der uns mit seiner Gewürzmischung, bestehend aus Kardamon, Zimt, Pfeffer, Ingwer und Nelken mitten in unsere Weihnachtsbäckerei führt. Denn auch hier treffen wir diese feinen, und auch so kräftigen, teils scharfen Gewürze an. Diesen Gewürz-Milch-Tee, den wir hier in unseren Landen, oft als Sirup, Eiskaffee, Kakaomischung oder ähnlichem antreffen, hat mich zu einem Kuchen inspiriert. Und was für einen.

Neben den Gewürzen und der cremigen Konsistenz der Füllung und dem ganz leicht salzigen Teig als Kontrast, knackt die Zuckerkruste ganz fein und leise. Als würde man auf frisch gefallenen Schnee gehen.

Einen schönen zweiten Advent und stets gut gefüllte Seiten wünscht Euch
Eure la petite cuisine  

Donnerstag, 6. Dezember 2012

nikloaus








Heute haben wir Nikolausplätzchen mit Zitronenglasur gebacken, oder auch "Kekse mit Sauce", wie Julius sagt. Die schönen alten Plätzchenausstecher habe ich in den letzten Jahren auf Flohmärkten zusammengesammelt und machen sich ganz wunderbar als Nikolaus-Weihnachtswald.  

Ich hoffe, Ihr wart alle recht artig...wer nicht, kann vielleicht mit einem aufgesagten Gedicht noch was reissen. "Knecht Ruprecht" von Theodor Storm geht immer und Nikolaus ist besänftigt - bis nächstes Jahr.  

Habt einen schönen Nikolausabend! 

Montag, 3. Dezember 2012

erstes adventswochenende und krasse kuchenkatastrophen

























Langschläfereltern haben Langschläferkinder. Ich find das genial. Unser Wochenende fing diesmal schon am Freitag an. Luxus. Lange schlafen in neuen allergiegetesteten (nicht sexy, aber hilfreich) Bettdecken, die für den größtmöglichen Kuschelfaktor in ebenfalls neue Überzüge gesteckt worden waren. Mama kann sich nämlich ganz wunderbar in rot-weiß karierten Bettüberzügen entspannen. Hat was von Hüttenzauber. Und Papa macht mit. Wie gesagt, wir kuschelten schon am Freitagmorgen in den Betten rum und verbrachten den Tag mit allerlei Müßiggang.

Gemütlich frühstücken, nicht aufräumen, baden, erste Weihnachtlieder im Radio hören und durchs Wohnzimmer tanzen, in Spielzeuggeschäfte gehen, Adventskalender packen...

Der Samstagmorgen begann mit Adventskalender öffnen, woran sich alle freuten. Kind strahlte Angesichts so vieler kleiner Päckchen. Mama freute sich, weil sich das Kind so freute und Papa, also mein Mann, freute sich, dass Mama, äh seine Frau, dem Kind so viel Freude bereitete.

Der vielen Freude mußte etwas entgegengesetzt werden. Das hält ja sonst keiner aus. Plan A (ihr ahnt – es läuft alles auf einen Plan B hinaus) bestand darin mit Julius einen Guglhupf zu backen. Bekanntlich wird ein Guglhupf mit Hefe gemacht und zwar mit Frischer. Die Hefe war so guter Dinge und ging schon vor dem Backen mehr auf als mir lieb war. Das Desaster ereignete sich im Ofen. Der Hefekuchen ging darin so desaströs auf, dass er nicht nur an den Ofendecke kleben blieb, sondern aus allen Ecken und Enden herausquoll. Kein schöner Anblick und eine große Sauerei. So viel zum Thema Backen mit Freuden.

Nicht mehr ganz so guter Dinge schickte ich Kind und Mann auf die Straße – zum Spazierengehen, entledigte mich des Kuchens, der einfach nur ungeniessbar war, fragt mich bitte nicht warum, muß energetische Gründe gehabt haben und schrubbte den Backofen. Und begann von Neuem. Aber ohne Hefe.

Hurra, Plan B funktionierte. Und als der neue Kuchen friedlich im Ofen stand, konnte ich, mit sanierten Nerven, meine zwei durchfrorenen Männer ins Haus lassen. Belohnung war ein nach Weihnachten duftender saftiger Kuchen, den wir mit Milch und Kaffee geniessen konnten.

Und so ging das erste Adventswochenende dahin: mit vielen Kerzen, Haus schmücken, „The last Samurai“ schauen, viel schlafen, Weihnachtsmarktbummeln, „Pumkl schauen“ (= Pumuckl schauen), reden und lesen.

Und endet da, wo es angefangen hat, in meinen (immer noch) frischen kuscheligen rot-weiß karierten Betten. Gute Nacht!

Habt alle eine wunderschöne Woche!
Eure la petite cuisine

Montag, 19. November 2012

wirsingstrudel mit rostbratwürstchenbrät oder warum der herbst und der winter nicht in den sommermonaten ist


















Was war das für ein wunderschönes Wochenende! Ich habe lauter Sachen gemacht, die der Seele gut tun und dem spätherbstlichen Karma zuträglich sind. Wie etwa:

- ausschlafen -
- lange lesen -
- lecker kochen - 
- nachmittags schlafen -
- im Bett Eis essen -
- Kerzen dekorieren -
- mit Kind baden -
- im Bett Pumuckl schauen -
- viele Kerzen anmachen -
- Filme (!) schauen -
- Kochbücher durchblättern, z.B. Donnay Hays "Jahreszeiten"



Wenn ich es recht betrachte habe ich, haben wir alle zusammen, am Wochenende wirklich viel Zeit im Bett verbracht. Ganz köstlich!

Bei solch einem Schmuddel-November-Wetter gibt es ja auch nicht so viel mehr Rumgammel-Alternativen. So sehr ich ja den Sommer und die warmen Temperaturen liebe, der Lauf der Jahreszeiten hat auch etwas Beruhigendes, immer wieder Kehrendes. Wenn es draußen nicht so richtig hell werden will, wenn es stürmt und regnet, wenn der Wind draußen bläst und es kalt, trüb und etwas nebelig ist, gibt es doch nichts Heimeligeres als das Bett, eine Tasse Tee (oder Kakao) und gegen den frühen Abend, wenn es schon um 16 Uhr dämmert ganz viele Kerzen. Die Advents – und Vorweihnachtszeit würde daher im Sommer einfach nicht funktionieren. Das hat sich Jesus schon ganz gut ausgedacht, am 24. Dezember auf die Welt zu kommen und nicht etwas am 16. Juli oder so. Wer will schon bei großer Hitze und wenn alle im Wasser plantschen, Kerzen anzünden und es sich drinnen so richtig schon gemütlich machen? Keiner. Deswegen ist es so schön, dass es den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter gibt, sonst hätten wir nicht alle dieses Traditionen, die wir so lieben. (Na ja, ok, vielleicht hätten wir einfach nur andere, egal).

Und außerdem freue mich mich ja auch schon immer Ende September und Oktober auf die Gansl-Zeit und auf alles Essbare, was die Seele in den kalten Monaten wärmt. Denn auch heiße Suppen, Strudel und Pies, Entenconfits, Wintergemüse, Gulasch, (gebratene) Gänse isst man bekanntlich nicht so gerne im Hochsommer.

Und wenn einem mal doch zu heiß wird, nach den ganzen Suppen & Co.,haben wir ja das Glück, der in der Zivilisation Wohnenden, auch mal nebenher ein kühlendes Eis oder eine kalte Cola zu trinken. Macht Santa Claus schon seit Jahren.

Wünsche Euch wunderbare Herbst- und Winterwochenenden, die da noch kommen. 

W Eure la petite cuisine W