Vor einigen Wochen stand ich um 7 in
der Früh beim Bäcker. In München. Am Röcklplatz. Die besten
Semmeln in Viertel und die besten Butterbrezen. Und das Schöne an
den Butterbrezn ist: die gibt’s einfach so - fertig mit Butter
bestrichen!
3 Stück hab ich gekauft: eine für
mich, eine für Julius und eine als Reserve. So gegen acht Uhr
zwanzig, unterwegs auf der A8 Richtung Innsbruck, meldete sich der
erste Hunger. Genüsslich knabberte Julius an seiner Brezn. Ich an
meiner. Es brauchte nicht lange und schon krähte da hinten einer:
„Mama, no eine Breze!“ Mamas sind super. Die kaufen Brezn auf
Vorrat. Leider zu wenig, wie ich merkte. Die Letzte mußten wir uns
also teilen, wobei ich ungefähr weniger als ein Drittel davon bekam.
Das Breznthema ging mir seitdem nicht
aus dem Kopf und so beschloss ich nach unserer Rückkehr mich an das
Backen von Brezen zu machen. Nach einiger Recherche im Internet war
klar, dass richtige Laugenbrezn in Natronlauge, also in 4%ige NaOH,
getaucht werden müssen. Das Grundrezept (Salzmenge verdoppelt) stammt von hier.
?!?
Da ich Natriumhydroxid nicht im
Küchenschrank hatte, versuchte ich mein Glück mit dem „normalen“
Back-Natron. Leider muß ich zugeben, dass die kleinen Teile recht
blass gehen die echten Kollegen aussehen. Aber der Mühe wegen habe
ich mich entschieden, sie trotzdem hier zu zeigen. Das Experiment
Laugenbrezen ist demnach noch nicht abgeschlossen. Geschmeckt haben
die Bleichlinge schließlich trotzdem. Der Anstrich von
Petersilie-Rauke-Pesto hat ihrem Teint recht gut getan.
Wenn ich Richtung Süden fahre und
irgendwann vom Flachland ins Hügelland, vom Hügelland ins Bergland
komme, geht mir das Herz auf. Ganz tief da drin rührt sich was. Es
fühlt sich an wie nach Hause kommen. Wenn ich die Berge sehe, die
grünen Wiesen mit den Heuschobern, die Kirchtürme mit den
Zwiebeltürmchen, die Luft atme – ja die Luft ist definitiv anders
(ich bilde mir ein schon an den Autobahnraststätten) – breitet
sich ein Wohlsein aus, ein wahrhaftiges Glücksgefühl.
Im Speziellen fühle ich mich so wenn
ich Richtung München und natürlich nach Österreich fahre. Auch
wenn ich nie in München gelebt habe, ist diese Stadt ebenso wie
Österreich im Allgemeinen meine Ur-Heimat. In München haben meinen
Großeltern – ich glaube 50 Jahre gelebt – hier ist mein Vater
aufgewachsen, hier ist mein Bruder groß geworden, hier haben meine Eltern gelebt bevor ich geboren wurde ich verbinde hier schöne Kurzurlaube oder Zwischenhalte während meiner Kindheit und
Jugend. Das Haus ist zwar verkauft, aber den bestimmten Geruch im
Hause meiner Großeltern, habe ich irgendwie immer noch in der Nase.
Genauso wie das Kümmelbrot und die selbstgemachte
Hagebuttenmarmelade meiner Großmutter. Ich kann mich an jede Ecke
dort genau erinnern. Manche Gegenstände finden sich jetzt in meinem
Zuhause und das ist schön, wie zum Beispiel ein vom meinem Opa weiß
gestrichener Hocker mit Klappe oder die große verzierte Decke, die
nun bei uns auf dem Klavier liegt oder die kleine blaue Milchkanne
mit der abgesprungenen Kante, in dem morgens die Milch auf unserem
Frühstückstisch steht.
Mit München verbinde ich aber nicht
nur meine Großeltern, sondern auch herzallerliebste Freunde. Wir
sehen uns selten, aber wenn doch, ist es als hätten wir uns gestern
gesehen. Ich liebe so etwas! Und diese Herzlichkeit, diese
Gastfreundschaft! Diese tolle Familie habe ich eng in mein Herz
geschlossen.
Und diesen Sommer war es wieder soweit.
Ich bin kein Langstreckenfahrer und diese 580 Kilometern nagen immer
an meiner Aufmerksamkeit und so hatte ich mich 100 Kilometer vor
München an einem Parkplatz ein Nickerchen gemacht – auf dem
Lenkrad. Danach ging's munter weiter mit etwas schiefen Nacken. Egal.
München winkt.
Mei, ist des wieder schee hier! Am
nächsten Tag zeige ich Julius München. Als erste Tat gehe ich
vormittags mit Julius zum Franziskaner Weißwurst essen. Julius liebt
Weißwürste und Brezn. Ich auch. Und hier schmecken sie einfach am
besten. Ich zeige Julius den Viktualienmarkt. Hier gibt’s
ordentlich was zum zum Gucken. Wir kaufen zum Abendessen frisches
Sauerkraut, Oliven, eine halbe Melone und Erdbeeren. Zum Abschluß
gibt’s für jeden eine frischen gepressten Saft. Beim Hugenhubel
kaufen wir noch Urlaubsbücher: Romane für Mama, Bilderbücher fürs
Kind. Das Glockenspiel am Marienplatz spielt uns ein Liedchen,
während wir ein Eis schlecken. An der Isar entlang fahren wir mit
dem Bus wieder zurück und sitzen noch bis spät Abends am
Spielplatz, wo die Kinder barfuss laufen und (manche) Eltern mit
einem Weissbier den Sommer geniessen.
Loslassen - locker bleiben. Es gibt Menschen, die werden mit
dieser Haltung ins Leben hinein geboren und es gibt solche, die sie
sich erarbeiten. Ich gehöre zu Letzeren. Dann nennt sich das
Lebensweisheit oder so.
Was nicht weiter schlimm ist, denn ich erlebe bewußt die Erfolge
und das grandios! Auch den wenigen guten Tagen kann ich mittlerweile
etwas Schönes abgewinnen. Nicht immer sofort. Manchmal kann ich erst
nach ein paar Tagen Reflexion das Licht am Horizont erblicken.
Manchmal sind es auch kleine (Glücks)Momente, die den Modus
„Loslassen“ ankurbeln, zum Beispiel Sonnenschein, ein nettes
Telefonat, ein Julius' Lachen oder ein neues Wort, wie heute
„Bettchen, nein“! Auch ein Ziegenkäse-Pesto-Pilz-Brötchen kann
es auslösen. Gutes Essen löst sowieso gute Gefühle aus. Und diese
Brotkruste, deren Röstduft durch die Wohnung zieht, tut sein
übriges. Nach dem Fotografieren setze ich mich auch den Küchenboden
und genieße dieses köstlich-einfache Brot. Schon beim Reinbeissen sind einige Sorgen vergessen. Nichts geht über ein gutes Essen, das
kann auch gerne am Tisch sitzend eine Kohlroulade sein.
Meine herbstliche Stimmung passte an diesem Tag aber einfach auf
Röstbrot mit Pesto-Ziegenkäse-Tralala. Draußen war es weder kalt
noch warm. Irgendwas brauchte ich zum Kuscheln. Das kann dann auch mal
ein Brötchen sein. Im übertragenen Sinne. Manche kuscheln halt mit
Macarons oder Käsekuchen.
Irgendwie bin ich abgeschweift, aber das macht auch nix. Dies ist
ein wirklich schönes, wildes und buntes Leben, voller
Überraschungen, Höhen, Tiefen, Herausforderungen, auf jeden Fall
ohne Langeweile. Es gibt noch viel zu Lernen und ich freue mich noch
auf die Zeit, die kommt.
In diesem Sinne hier noch ein Gedicht, dass Charlie Chaplin an
seinem 70. Geburtstag, am 16. April 1959 geschrieben hat. Nicht
umsonst mußte er 70 Jahre alt werden, um diese Einsicht zu erlangen.
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
konnte ich
erkennen,
dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnung für
mich sind,
gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß
ich , das nennt man
“Authentisch-Sein”.
Als ich mich
wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden,
wie
sehr es jemanden beschämt,
ihm meine Wünsche
aufzuzwingen,
obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif,
noch
der Mensch dazu bereit war,
auch wenn ich selbst dieser Mensch
war.
Heute weiß ich, das nennt man
“Selbstachtung”.
Als
ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich
aufgehört,
mich nach einem anderen Leben zu sehnen,
und konnte
sehen, dass alles um mich herum
eine Aufforderung zum Wachsen
war.
Heute weiß ich, das nennt man
“Reife”.
Als ich
mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich
verstanden,
dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur
richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht,
richtig ist
– von da konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich,
das nennt sich
“Selbstachtung”.
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich
aufgehört,
mich meiner freien Zeit zu berauben
und ich habe
aufgehört,
weiter grandiose Projekte
für die Zukunft zu
entwerfen.
Heute mache ich nur das,
was mir Spaß und Freude
bereitet,
was ich liebe
und mein Herz zum Lachen bringt,
auf
meine eigene Art und Weise
und in meinem Tempo.
Heute weiß
ich, das nennt man
“Ehrlichkeit”.
Als ich mich
wirklich
selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem
befreit
was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen,
Dingen, Situationen
und von allem, das mich immer wieder
hinunterzog,
weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das
“gesunden Egoismus”,
aber heute weiß ich, das ist
“Selbstliebe”.
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben
begann,
habe ich aufgehört,
immer recht haben zu wollen,
so
habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt,
das nennt
man “Einfach-Sein”.
Als ich mich wirklich
selbst zu lieben begann,
da erkannte
ich,
dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann,
als
ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand
einen wichtigen Partner,
diese Verbindung nenne ich
heute
“Herzensweisheit”.
Wir brauchen uns nicht
weiter
vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen
mit
uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne
knallen
manchmal aufeinander
und es entstehen neue
Welten.
Heute weiß ich,
das ist das Leben!
Die Sonne scheint. Doch hier ist es
dunkel. Wir bahnen uns den Weg durch das Dickicht. Ein Dickicht aus
sicher drei Meter hohen Brombeerhecken. Es riecht nach Gras und Wald.
Das ist der Garten unserer neuen Nachbarn. Einer meiner längsten
Freundinnen mit Mann, die zufälligerweise in unmittelbarer Nähe zu
uns ihre neue Bleibe gefunden haben. Dazu gehört nun dieser Garten,
der gefühlte 15 Jahre nicht mehr betreten worden ist. Ich fühle mich
wie in Dornröschens Garten. Fehlt nur noch Rapunzels Turm. Gott sei
Dank ist Hänsel bei mir, sonst müßte ich die Brennnesseln mit
meinen Beinen beiseite treten. Denn in den Händen trage ich ein Tablett
mit Grapefruit-Aperol-Drinks und Clubsandwiches als Begrüßung.
Wir gehen weiter und weiter entlang des schmalen Weges und da kommen uns schon die neuen Bewohner
entgegen. Freudestrahlend voller Elan und Begeisterung! Wir kommen zu
einer Lichtung mit einem kleinen Gartenhäuschen und fühlen uns
gleich wohl. Hier stossen wir an und genießen die Ruhe. Hier sieht
man auch, dass der Garten mal angelegt war. Weiter hinten ist
ein Teich, in dem eine wunderschöne Seerose blüht. Ein
verwunschener Ort. Nach einem schönen Plausch und Besichtigung des
Heimes widmen sich die Freunde wieder ihrem Garten und wir unserer
Arbeit und unserem Kinde. Wir werden bald wieder kommen für eine
irre Garten-Sause zur Einweihung! Ich freu mich schon!
Herzlich Willkommen ihr zwei! Auf eine
schöne Nachbarschaft ;)
designed by Carolin Grävendieck - kann hier heruntergeladen werden
Der Mensch muß auch Spaß haben – neben der Arbeit. Deshalb war ich letztes Wochenende in Hamburg. Mit 19 unglaublich sympathischen und offenen Bloggern. Und was machen so viele Blogger in Hamburg? Die von Ricarda, vom Blog 23qmStil, gegründete Gruppe I love you blogs and coffee hatte sich dort zu einem Bloggertreffen verabredet. Aus ganz Deutschland waren alle angereist - natürlich mit Ausnahme der Hamburger.
Geplant und organisiert hatten das Treffen dann vor Ort Clara von Tastesheriff und Susanne von Cherrypinkpurple und es war echt bombig schön! Selbst das Wetter hat uns nicht allzu sehr im Stich gelassen.
Was macht man nun eigentlich auf einem Bloggertreffen? Man redet wahnsinnig viel. Aber das ist ja immer so wenn 19 Frauen und 1 Mann zusammentreffen, oder? Übers Bloggen, übers Leben, übers Essen, über die Liebe, über Kinder, über Arbeit, übers Wetter, über Hamburg und noch viel mehr. Das Wunderbare daran ist, dass man all die Blogger, mit denen man (mit den einen mehr, mit denen anderen weniger) virtuell in Kontakt ist, mal ganz real kennenlernt. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die Gruppe so harmonisch war.
Was haben wir denn noch so gemacht? Café getrunken und köstlichen Kuchen gegessen bei Herrn Max, lecker Abend gegessen im Julie, Jukebox gehört im 25 hours Hotel, ein grandioses Frühstück auf dem Markt in der Fabrik genossen, die Hafencity bei Nieselregen erkundet, sind fotografiert worden, Läden angeschaut und dort eingekauft, im Osterdeich Cupcakes gegessen, Goodiebags mit schönen Sachen überreicht bekommen, ins Hotel gegangen, aufs Bett gelegt und dort geblieben, während die anderen ins Klippkrog essen gegangen sind..., am Sonntag in der traumhaften Tarterie St. Pauli zum Abschlussfrühstück gewesen. Neben diesen unglaublich vielen tollen Aktionen wurden sicher 500 Fotos mit IPhones und mit Kameras geschossen. Diese könnt Ihr samt Text u.a. bei Clara, Igor, Jasmin, Lou, Nicola, Nicole, Regina, Renate, Ricarda, Susanne bestaunen. All jene haben es geschafft dieses Wochenende sehr schön einzufangen und zu erzählen. Seht einfach selbst!
...hier mein klitzekleiner Beitrag...
Wie schon erwähnt, waren wir natürlich auch ein "bißchen" einkaufen. In Hamburg kann ich einfach nicht anders. DAS Eldorado für Stylisten!! Das ist meine Beute:
Und zum Schluß noch mal alle, die dabei waren. Hoffentlich nicht das letzte Mal!
la-petite-cuisineerzählt in Bildern und Texten von der Liebe zum Essen, zum Kochen und zur Fotografie – mein Beruf. Ich arbeite als Food- und Interiorfotografin und wasche, schneide, koche, rühre und backe für diesen Blog in meiner kleinen Küche, style und fotografiere dann alles im Studio. Hier wird berichtet über Essen & Trinken & Leben, Restaurants & Cafés, Kochbücher & Blogs, Wochenmärkte & Feinkostläden, Foodfotografie & Styling.
25 wahrheiten über mich:
ich liebe sonnenaufgänge
ich habe keinen fernseher
ich möchte gerne mal nach new york
ich liebe morgennebel
ich habe viele sommersprossen
ich sitze gern im café und beobachte menschen
ich liebe wien
ich liebe das kochen und das essen
ich sammle kochbücher
ich esse sehr gerne erdbeeren und auch wassermelonen
ich höre gerne bach
ich mag wahnsinnig gerne prosecco
ich hasse rote ampeln
ich gehe gerne auf gemüsemärkte
ich liebe es fotos vom essen zum machen
ich würde gerne mal eine zeit lang in amsterdam leben - oder in hamburg - oder in paris
ich mag es durch schnee zu stapfen
ich möchte gerne ein kochbuch schreiben
ich liebe geburtstagstorten mit buttercreme und vielen kerzen
ich werde gerne von der sonne geweckt
ich liebe die berge
ich mag den geruch von kaminfeuer
ich lache gerne
ich esse so gerne semmelknödel mit gulasch
ich schaue gerne dem gewitter zu - wenn ich drinnen sitze