Montag, 6. Februar 2012

und noch ein geburtstag: männercocktail - nicht süß, nein herb! chips, peanuts, meat balls & midnight soup



























Bei einer großen Familie kommt man aus dem Geburtstagfeiern (Anm: insgesamt 17 im Jahr) nicht raus. Vor allem stehe ich dafür meistens in der Küche rum. Diesmal hat sich mein Liebster eine Spinatsuppe gewünscht. Da kann ich ja nicht nein sagen. Und weil ja für eine klitzekleine Wir-feiern-rein-Männer-Party eine Suppe einfach nicht reicht, habe ich noch gleich ein paar scharfe Chili-Pfeffer-Chips und richtig feurige Erdnüsse geröstet. Zum Einstieg gab's einen Männercocktail, schön herb, ja nicht süß mit Wodka, Blutorangen, Rosmarin und gesalzenen Glasrand. Gleich hinterher kamen die kleinen süßen Hackfleischbällchen mit Chilisauce. Zwar saßen wir am Ende - wegen einiger Absagen - nur zu dritt in der Küche, dafür hatten wir aber ordentlich zu essen.

Der nächste Tag bescherte uns ein traumhaftes Wetter bei eisigen Temperaturen. Nach einem üppigen Frühstück ging's raus zum Aachener Weiher, der jetzt so wunderbar zugefroren ist. Bißchen rumschlittern und auf die Nase fallen; eine Runde rundherum laufen, bis die Wangen frieren und dann ab zum Mittagsschläfchen. Ein grandioser Abschluß dieses Tages war ein Überraschungs-Früh-Abendessen in einem klasse Burger-Restaurant. Werde bald ausführlich darüber berichten. Seid gespannt darauf!

Einen schönen Start in die Woche
wünscht Euch
la petite cuisine

Dienstag, 31. Januar 2012

tolle torte - la petite cuisine wird 1 jahr!

















Hooray: Clementinen-Mohn-Torte!
Sie sieht klein, süß und auch elegant aus, aber in Wirklichkeit ist sie eine Wuchtbrumme! Die Torte meine ich: in diesem kleinen Haufen sind insgesamt fast ein halbes Kilo Butter und 735 g Zucker – aber das gehört sich wohl so für tolle Torten...;)

Ich bin ja schon recht stolz. Und das sage ich jetzt einfach mal so. Ich bin wirklich keine gute Bäckerin. War ich noch nie. Irgendetwas stimmt nie mit dem Teig. Entweder ist er zu flüssig, zu fest, klebt wie Hund, geht nicht auf uns so weiter. Plätzchenbacken war für mich (früher) immer mit Wutanfällen verbunden (heute habe ich Rezepte die funktionieren) und auch der letzte Naanteig (indisches Brot) für die Silvesterfeier ist bei mir in der Ecke gelandet. Mein armer Mann hat das dann von der Wand gekratzt und gerettet. Hat gut geschmeckt.

Zurück zu den Torten und Kuchen und Muffins und so weiter. Es ist nicht mein Ding. Vielleicht liegt es daran, dass ich so gerne improvisiere und ich glaub' das mögen Teige nicht gerne. Die wollen's gern korrekt. Ja nicht zu viel, ja nicht zu wenig. Nicht zu warm, nicht zu kalt, manchmal etwas in der Ecke rumstehen.

Aber deshalb bin ich eben umso stolzer. Ich kann nicht oft genug wiederholen, dass mir dieses Prachtstück wirklich ohne Zwischenfälle gelungen ist. Und ich habe sogar ein klitzkleines bißchen improvisiert. Und es wurde mir nicht übelgenommen. Das tolle Kuchenbodenrezept ist von dem wunderschönen Blog always with butter, allerdings etwas abgeändert, u.a. mit Clemtinensaft- und schale. Und den klassischen amerikanischen Tortenguss (nicht von alwayswithbutter) habe ich mit Clementinensaft aufgepeppt. Der saß wie 'ne Eins. Vielleicht werden das Backwerk und ich ja doch noch Freunde.

Wenn ich so zurückblicke auf das ganze letzte Jahr erscheint es mir manchmal unwirklich, dass ich ein Blog habe. Die Zeit ist mal wieder gerast. Ja, ja immer der gleich Spruch. Ich glaube die Zeit wird rasen bis ich 70 bin oder so. Soviel habe ich gelernt. So viel Spaß habe ich gehabt und so viel Stress;) So viel herzliche, liebevolle, aufmunternde, lustige, nachdenkliche Kommentare und nette Zeilen habe ich den 12 Monaten erhalten und so etwas wie Bloggerfreundschaften geschlossen. Und das glaube ich manchmal auch kaum - wächst meine Leserschaft unermüdlich. Damals irgendwann im April, da waren es so etwa 35 oder 36 gewesen. Absolut irre! Was war ich glücklich, dass sich 35 oder 36 Leute mein Blöggchen anschauen. Im Sommer dann waren es schon 99 Leser. Fand ich riesig! Und mittlerweile sind es 215 Leser. Waahnsinn! Das freut mich unglaublich! Was wäre ein Blog ohne seine Leser. Nichts! Deshalb ein herzliches Dankeschön an alle bisherigen Leser und Kommentarhinterlassenden und ein strahlendes Ichfreumich auf alle noch Kommenden.

Auf jeden Fall wird fleißig weiter gekocht, fotografiert und geschrieben, denn ich habe noch etwa 169,9 Rezepte, die ich bis jetzt machen möchte. Ich bin ja eine „Listen-Frau“. Eine vielleicht jungfräuliche Eigenschaft, für alles eine Liste zu schreiben. Unter anderem halt die Rezepte, die Kombinationen und Ideen, die mir so zwischendurch und auch angestrengt denkend einfallen und die unbedingt verarbeitet werden müssen. Und das werden immer mehr. Also muß ich sicher noch ein Jahr weiter bloggen wahrscheinlich aber länger... Ich freu' mich schon!! Yieppie!    

Montag, 23. Januar 2012

mal ganz und gar privat: geburtstag no.2 und andere sentimentalitäten





























Fotos: Eileen, Gülten, Susanne

Unser kleiner Hoppes, unsere kleine Heiligkeit, ist am Wochenende 2 Jahre alt geworden. Oh nein, jetzt werden vielleicht einige schreien, sich die Haare raufen und Pickel an den Beinen bekommen: „Das Kind hat halt Geburtstag und warum in aller Welt hat es diesen absonderlichen Spitznamen. Die Frau hat 'nen Knall, das Kind wahrscheinlich auch schon und der Vater erst recht.“

Nun, ähhm, ich werde das jetzt mal versuchen zu erläutern:

Es gibt Ereignisse im Leben einer Mutter, die sind von essentieller Bedeutung und dienen der Abnabelung: Kind wird abgestillt, Kind ist das erste Mal für zwei (!) Stunden bei der Tagesmutter (Mutter ruft zu Tränen aufgelöst den Kindesvater an, um ihm mitzuteilen, dass man die schlimmste Rabenmutter auf Erden sei), 
Kind wird 1 Jahr,  Kind wird 2 Jahre (vielleicht ebbt das ja beim 3. Geburtstag etwas ab?!) Kind schläft das erste Mal nicht zu Hause (sondern bei den Großeltern oder so), Kind wird vom Elternschlafzimmer ins eigene Zimmer ausquartiert (oh, wir sind wieder unter uns, was machen wir denn jetzt bloß?!), Kind bekommt den ersten Haarschnitt (steht uns noch bevor, s.u.), Kind wird Kindergartenkind, Kind wird Schulkind, Kind fährt das erste Mal mit der Schule „alleine“ einige Tage weg, Kind wird pubertär, Kind hat die erste richtige Freundin/ersten Freund (Schluck), Kind macht Abi (oder so), Kind zieht aus, Kind führt eigenes Leben und besucht seine armen einsamen Eltern nur einmal im Monat (kenne ich irgendwoher), Kind heiratet, Kind bekommt Kind (also erstes Enkelkind) usw. Nur so als grobe Anhaltspunkte.

Ich weiß, wir haben da noch viel vor uns. Aber erst sind wir mal beim 2. Geburtstag und der war echt schön! Mit Heidelbeermuffins, Schoko-Donuts, Kartoffelsuppe mit Würstchen, vielen Kindern und wunderschönen Geschenken (u.a. einen selbstgestrickten Autopullover vom großen Cousin, ein Kochbuch (nein, nicht für die Mutter) und eine Küche für Nachwuchsköche mit Zubehör). Und im Kopf wieder der Mama-Film: Kind ist schon irgendwie so groß und doch noch so klein!? Der hat doch erst gestern noch zufrieden an der Brust genuckelt, oder ist das schon so lange her? Und jetzt läuft er (meistens weg), sagt Wörter wie „nein“ und „kacka“, will Schokolade und Würstchen essen, aber kuschelt Gott sei Dank noch immer so gerne in Mamas Armen. Oh, schmelz. Mein Mamaherz schlägt da gerade ganz laut und um das noch zu toppen erzähle ich mal woher der vorübergehende Spitzname herrührt.

Und das kam so: in den ersten Tagen „damals“ vor ungefähr 2 Jahren haben wir Abends, wenn er in seinem Stubenwagen oder (und das war der häufigere Fall) an der Brust eingeschlafen war, unser 47 cm kleines und 2500 g leichtes Schätzchen wie eine Heiligkeit die Treppe hinauf ins Bett getragen - der Kopf in der linken Hand, der Popo in der rechten und dabei ganz vorsichtig gegangen, damit die Treppe nicht knarzt und Kindchen bloß nicht in seinem seligen Schlaf gestört würde. Ja, ja, junge Eltern mit dem ersten Kinde. Nur um das noch mal klarzustellen: Wir nennen ihn nicht mehr unserer Heiligkeit, ich glaube, er würde vielleicht wirklich davon Schaden nehmen.

Ich weiß aber auch noch, und ich komme jetzt mal langsam auf den Punkt, dass wir - die jungen Eltern - während dieser Ins-Bett-und-leise-die-Treppen-Raufgehen-Zeremonie manchmal fast geplatzt sind vor Lachen, wir wollten das Kind ja nicht aufwecken. Nicht Lachen dürfen macht ja einen Lachanfall nur noch schlimmer. Dieses Lachen war nämlich Ausdruck der Absurdität dieser Situation - eine Mischung aus Fürsorge, Unsicherheit, Liebe und das ganze andere drumherum.

Was ich einfach mit all dem Gelabber sagen möchte ist: es gibt auf der einen Seite das sentimentale Mutterherz, das u.a. den ersten Friseurtermin herauszögert, weil dann ja wieder etwas mehr Babysein abhanden kommt, und das sentimentale Vaterherz, das immer wieder einen Grund findet, um das Ausquartieren ins Kinderzimmer herauszuzögern und das Zurückerinnern an Heiligkeitszeittage und Ähnliches. Aber neben dem Mutter- und Vaterherz schlägt auch noch das Ich-liebe-meinen-Beruf-Herz und/oder das Ich-liebe-meinen Mann bzw. Ich-liebe-meine-Frau-Herz, wo das Kind einfach mal keinen Platz hat (oder sehr wenig). Und dieses eigenständige Herz ist so ausgesprochen wichtig. Es hilft, auch mal über das Muttersein zu lachen, oder zu lächeln und sich neben dem Elternsein nicht zu vergessen – als Paar und als Individuum. 

Meine Relativitätstheorie besagt: Kind und Beruf relativieren sich ganz wunderbar. Nervt der Job, gibt nichts Schöneres als in den Kinder- und Familienalltag abzutauchen. Nervt das Kind, kann der Beruf wahre Wunder wirken, das Kind nicht beim nächsten Spielplatz auszusetzen. Den schönsten Satz, den ich vor nicht allzu langer Zeit zu diesem Thema gelesen habe und der den Nagel auf den Kopf trifft, lautet: "Du bist mein Ein, aber nicht mein Alles." Das ist quasi die Zusammenfassung meiner ellenlangen Ausführungen.

So, aber am 2. Geburtstag bist Du unser Ein-und-Alles, unser allerliebstes Hoppelchen. Deine Mama & Dein Papa