Wir hängen – ganz wie die Inselbewohner – unsere frischgewaschenen Socken auf. Allerdings nicht zum Trocken, sondern damit sie vom Nikolaus befüllt werden. Das ist so schön praktisch und hübsch: Man braucht keine Schuhe putzen, sondern nur eine Kordel, ein paar Wäscheklammern und Socken. Die Engländer machen das Ganze zwar traditionell erst an Christmas Eve, damit Santa Claus lecker Sachen dort hineinstopfen möge. Wir machen das alles nun etwas früher. Also vom fünften auf den sechsten Dezember.
Und das kam so: Als ich noch klein war, kam der Nikolaus absolut immer am Abend des 6. Dezember. Ich hatte damals Freunde, bei denen kam der Nikolaus in der Nacht, also vom fünften auf den sechsten. Das war für mich als Fünfjährige völlig unverständlich. Wie kann der Nikolaus nur an zwei verschiedenen Tagen kommen? Deshalb war und blieb der 6. Dezember als Nikolausabend unumstößlich, bis ich meinen Mann traf. Denn den lernte ich am Nikolaustag kennen – er war nicht als Nikolaus verkleidet. Nein, nein. Seit diesem Tag hat der 6. Dezember einen neuen Schwerpunkt bekommen. Da gehen wir besonders gut essen. Ins Capricorn i Aries. Unser Lieblingsrestaurant. Meistens kommt der Nikolaus dort vorbei und verteilt Plätzchen. Aber keine Lebkuchenplätzchen.
Die hab ich mal einfach so ausprobiert, obwohl ich Lebkuchen nicht so mag – wenn ich ehrlich bin. Aber überraschenderweise schmeckte mir die Variante mit viel Zitronensaft und Hagelzucker ganz besonders gut.
So hang your stockings and sleep well!





























































