Sonntag, 24. April 2011

ostersonntag mit hefezopf





Nach dem Ostereiersuchen im taunassen Garten heute Morgen gab es zum Osterfrühstück einen frisch gemachten Osterzopf. Das ganze Haus duftet! Frisch gemachtes Brot ist einfach etwas Wunderbares. Es ist noch warm, außer sogar etwas knusprig, riecht so gut und schmeckt einfach himmlisch mit Erdbeermarmelade oder einfach nur mit Butter. Dazu ein oder zwei Gläschen rosé Sekt und Blätterteighäschen mit Kräuterquark.  

Ich wünsche Euch allen noch wunderschöne Osterfeiertage bei diesem grandiosen Frühsommerwetter!

Sonntag, 17. April 2011

es grünt noch immer so grün: crémant-erbsen-süppchen, frühlingskräuter-risotto, seeteufelspiesse mit spargelsalat und zitronenkartoffeln, apfel-kiwi-trauben-saft




















In unserem Garten wachsen keine Kartoffeln und keine Erbsen und ich baue auch keinen Spargel an. Aber er hat andere Vorzüge. Platz für männliche und weibliche Vorlieben zum Beispiel. Im hinteren Teil des Gartens befindet sich eine Lagerfeuer- und Grillstelle. Ich will jetzt nicht vom Marlboro-Mann und unendlicher Freiheit anfangen. Da wäre etwas weit hergeholt, aber was ist ein Mann ohne Lagerfeuer? Ja, und vorne dann eine Pergola zum Cocktailschlürfen bei 40 Grad im Schatten auf weichen Kissen und solche Sachen. Aber das ist ja noch nicht alles:

Unser Garten ist ein Bärlauchfeld – da wo keine Lagerfeuerstelle oder Pergola ist. Fast zumindest. In hinteren Teil des Gartens, der in ein Wäldchen ragt, wuchert dieses Knoblauchgewächs vor sich hin. Ich mag den Knoblauchduft. Wirklich. Ich könnte fünf Wochenmärkte den ganzen Frühling über beliefern. Mindestens. Wenn ich so überschlage, dass ein verwelktes Bärlauchsträußchen im Supermarkt 2 Euro kostet... Und unser Bärlauch ist nicht angepflanzt worden. Der wächst freiwillig in unserem Garten. Gefällt ihm wohl dort.

In diesem nun wilden Garten mit dem wirren vermoosten Rasen wächst noch so allerhand anderes Grünzeug. Löwenzahn zum Beispiel und Gänseblümchen und Vergissmeinnicht. Und Rhabarber – keine Ahnung wie der da hingekommen ist. Der Flieder blüht gerade und auch der Birnen- oder Quittenbaum, der keine Früchte trägt, deshalb wissen wir nicht, ob es ein Birnen- oder Quittenbaum ist. Nichtsdestotrotz sind die Blüten wunderschön. Und ganz viel Giersch, der Traum eines jeden Gartenbesitzers. Der wuchert sich mit seinen elend langen dicken Wurzeln erbarmungslos durch alles, bis in die letzte Erdritze. Ich habe mal vor langer Zeit, ach, das war, als wir Hochzeit im Garten feierten, an einem quadratmetergroßen Stück Erdfläche eine halbe Stunde Giersch gezupft. Seitdem darf der Girsch wachsen, es sei denn meine Mann pflügt in einer Musestunde mit dem Sparten durch die Beete. Und dann wachsen da noch an vielen Stellen Walderdbeeren und im Spätsommer tauchen auch ein paar Brombeeren auf.

Nun, dieser sehr eigenwillige Garten hat mich zur neuen Startseite meiner Website inspiriert und zu einigen neuen Rezepten. Viel Spaß beim Nachkochen und Aufessen!  



Montag, 11. April 2011

interview auf ohhhmhhh


Was für eine Freude! Mein erstes Interview. Und das auch noch auf dem bezaubernden Design- und Foodblog Ohhhmhhh.

Viel Kurzweil beim Lesen und vielen Dank liebe Steffi!

Sonntag, 10. April 2011

neue startseite meiner website - frühling 2011


Seit letzten Sommer erscheint jede Jahreszeit eine neue Startseite auf meiner Website mit einer immer wechselnden Mischung aus Food, Stills, Lifestyle und Interior. Dies war sozusagen der Anfang meines Aktuellseins im Internetland. Jetzt habe ich ja dafür meinem Blog. Aber meine Startseite erneuere ich trotzdem so regelmäßig wie Arbeit, Familie und manche Unwägbarkeiten es zulassen. Mein Frühling ist wegen Erkrankung leider etwas verspätet online, aber das war er von sich aus sowieso. Die nächste Startseite - für den Sommer - erscheint im Juni. Bis dahin noch einen wunderschönen Frühling...   

Donnerstag, 7. April 2011

petite variation de gratin dauphinois






Heute gibt’s mal was gänzlich Unspektakuläres. Nicht bezüglich des Geschmacks, aber der Zutaten: Kartoffeln, Karotten, Kaffeesahne und Käse.

Dies ist eine kleine Variante des klassischen Gratin Dauphinois, wenn überhaupt ein authentisches Rezept existiert. Denn darüber gibt es wahrlich Glaubenskriege!

Eigentlich macht man das Gericht ohne Käse, aber mein Mann kann nicht in Frieden schlafen gehen, wenn keine Käse auf dem Gratin ist und ich habe mich überreden lassen. Wer es mal ohne Käse probiert, wird sehen, das das Gericht durch seine grandiose Einfachheit glänzt. Diese Weisheit habe ich von einer nicht mehr nachvollziehbaren Abschrift eines Rezepts von einem gewissen Curnonsky. Da schau ich doch mal schnell wer das ist....oh!...das war der berühmteste Gastronomiekritiker Frankreichs und Vater des Guide Michelin: Maurice-Edmond Sailland. Habe ich noch nie gehört. Mhh. Und von dem habe ich ein Rezept, also eine Abschrift. Oh Mann.

Dieser nun heilige Fetzen Papier entstammt einem Kochbuch. Zusammengeklebt aus zig Zeitschriften und abgetippten (ja, mit der Schreibmaschine!) Rezepten und sogar mit teils merkwürdigen Bildern aus diesen Zeitschriften. Foodfotografie Ende der Achtziger bzw. Anfang der Neunziger reißt heute keinen mehr vom Hocker – um es nett zu formulieren. Bin ja gespannt wohin sich die Foodfotografie in den nächsten 50 Jahren noch hin entwickeln kann.

Zurück zum Kochbuch: ein wirkliches Sammelsurium, sogar nach Kategorien sortiert. Ich bin Jungfrau. War ich schon immer – soll heißen im Sternzeichen. Jungfrauen sind ordnungsliebend, sagt man und daher habe ich schon im zarten Alter von 17 Jahren dieses säuberlich angelegte Kochbuch fabriziert. Als ich noch keine Ahnung hatte vom richtigen Kochen. Als ich noch versucht habe brav nach Rezept zu kochen. Bitte nicht persönlich nehmen. Nach Rezept zu kochen ist eine Variante des Kochens und auch eine sehr weise. Es geht (fast) nichts schief. Allerdings ist die intuitive Küche auch nicht zu verachten. Sie lebt durch die Fantasie, durch die Inspiration und das Experimentieren. Ich möchte das nicht missen. Es schult den Geschmack, das Gedächtnis (falls man vergessen hat das gerade kreierte Rezepte aufzuschreiben) und es entstehen immer wieder neue Rezepte. Wie sonst auch sollten nach tausenden von Jahren des Kochens immer noch neue Kochbücher auf den Markt kommen?

Eigentlich wollte ich ja von der Variante der Varianten des Gratin Dauphions erzählen. Und meine geht so:

Nun, man schäle und hoble die Kartoffeln und Karotten (!) zu Scheiben und schichte sie abwechselnd in eine Auflaufform. Zwischen die Schichten Salz, Pfeffer, Koriander und Rosmarin. Darüber Kaffeesahne, Ziegenkäse und Gouda darüber gerieben. Voilá!

Freitag, 1. April 2011

lauch tarte tartin - kein scherz











Wie ich schon kundgetan habe, faste ich bis Ostern: genaugenommen 46 Tage nichts Süßes und keine Zuckergetränke. Es ist leichter als gedacht. Ok, ich hatte einen Bonus. Wegen der Halsschmerzen nach Karneval konnte ich kaum schlucken. Da schmeckt selbst Nutella nach ungesalzener Graupensuppe. Seitdem ich aber wieder unter Menschen gehe, erwacht wieder mein Geschmackssinn und auch die Lust auf Schokolade. Da sich die Lust nicht in unstillbare Gier verwandeln soll, die am Ende nur durch eine Familien-Packung-Schokoeis wieder ausgeglichen werden kann, habe ich beschlossen vorzubeugen: ich backe eine Tarte Tartin. Eine pikante Tarte Tartin wohlgemerkt. Mit nur etwas Rohrohrzucker. Problem gelöst. So einfach ist das.

Und da Lauch das ganze Jahr so schön als heimisches Gemüse auf dem Markt zu kaufen ist und das Zwiebelige mit dem Süßlichen so lecker schmeckt, kommt heute meine neue Lauch-Tarte-Tartin auf den (Foto)tisch.

Es ist schon erstaunlich was in so einer dünne Stange alles drin steckt: Mineralstoffe, Vitamin C, Folsäure und andere Sachen. Verschiedene ätherische Öle und Aromastoffe verleihen allen Sorten den unverwechselbaren Geschmack: zwiebelähnlich. Im Frühjahr und Sommer ist Lauch meist mild, im Herbst und Winter eher kräftig und intensiver im Geschmack.

Das Rezept für den Mürbeteig ist aus dem wunderschönen Kochbuch Tartes & Quiches von der Foodstylistin Delphine de Montalier.

Dienstag, 29. März 2011

gesund in den frühling: spinatsalat mit linsen und speck






Ich hatte Computerverbot. Kochverbot, Fotografierverbot, Kochbuchstöberverbot und Schreibverbot. Also absolutes Arbeitsverbot. Dafür hatte ich andere Dinge zu erledigen. Ich hatte ein Schlaf-Gebot, Gut-Essen-Gebot, Spaziergeh-Gebot und Ruhe-Gebot. Denn ich war auf Kur geschickt worden. Von meinem Mann. Zu meinen Elten. Mit Kind.

Das hört sich soweit ja nicht schlecht an. Jetzt kommt das Aber: Nach einer ekeligen Erkältung wurde ich noch scheußlicher krank: Tubenkatarrh mit Paukenerguss und Mittelohrenzündung. Hört sich widerlich an und ist es auch. Lieber eine Geburt, eine Magen-Darm-Infekt und Zahnschmerzen - zusammen - als die letzten 10 Tage!

Aber das ist jetzt vorbei. Was die Genesung allerdings noch vorantreiben würde, wäre so ein Frühling mit allem Drum und Dran. Mit Blühen und mit Ohne-Wintermantel und mit Ohne-Schal, mit Sonne, mit Draußen-Sitzen-Können. Einfach das ganze Programm.

Aber ich will ja jetzt nicht gierig werden. Eigentlich bin ich ja schon froh, dass die Sonne scheint und die Bäume blühen. Und der Salat paßt auch hervorragend zu diesem etwas indifferenten Frühlingswetter: Ein bißchen junger Frühlings-Baby-Spinat und ein bißchen wärmende Linsen mit Speck. Da wird man gleich viel schneller gesund und ich geh mich jetzt noch was schonen.


Ach, noch etwas zu dem Thema Linsen:
Linsen sind leicht verdaulich und haben einen sehr hohen Eiweißanteil, wodurch sie eine wichtige Rolle bei vegetarischer Ernährung sind. Vitamin B hat einen guten Effekt auf Nerven- und Gehirnzellen, außerdem sind sie arm an Fett. Entgegen der üblichen Meinung müssen sie vor dem Kochen nicht eingeweicht werden.

Braune Linsen oder Tellerlinsen: häufig in Deutschland verwendet.
Gelbe und rote Linsen: meist aus Indien, sehr gut verträglich, zerfallen beim Kochen zu Mus, nach 10-20 Minuten gar.
Berglinsen: rötlich-braune Linsen aus der Türkei, besitzen ein würziges, nussiges Aroma und haben eine feste Konsistenz. Gut für Eintöpfe.
Puy-Linsen: Diese nussigen Linsen mit fester Konsistenz kommen ursprünglich aus der französischen Region Puy de Dôme.
Belugalinsen: Diese kleinen feinen Linsen aus Kanada sind nach 20 Minuten gar und behalten ebenso eine feste Konsistenz. Sie erinnern an Kaviar, daher ihr Name.