Freitag, 18. März 2011

wunderschöne deutschsprachige foodblogs




Ich nehme jetzt einfach mal an, dass, sagen wir mal, viele Foodblogger mit einem oder beiden Augen auf amerikanische oder australische Foodbloggs schielen, um zu sehen, was die denn so kochen, fotografieren und schreiben. Tue ich auch. Ist einfach immer wieder schön. Aber: Es gibt auch wunderschöne deutschsprachige Foodblogs. Wirklich. Und ein paar davon möchte ich gerne heute hier vorstellen. Erst kürzlich habe ich sie entdeckt, was nicht heißt, dass nicht andere sie schon kennen, denn einige schreiben schon etwas länger und das sehr erfolgreich:

Cucina Piccina: Namentlich das italienische Pendant zu meinem französischen Blognamen, bloggt seit März 2010 über Rezepte, Restaurant-und Cafétipps in München, Leipzig, Hamburg, Berlin und Kochbücher. Sophie kocht und fotografiert in einer 5qm kleinen Küche, sammelt Kochbücher, verbringt ihre Zeit auf Wochenmärkten (eine Seelenverwandte) und liebt Beeren, Spargel und vor allem Mangos. Die liebevoll geschriebenen Geschichten zu den Rezepten machen Lust auf mehr. Unbedingt vorbeischauen!  



Foto e fornelli: Alex ist wohl die erfahrenste Foodbloggerin in dieser kleinen feinen Gruppe. Seit Mai 2008 schreibt die gebürtige Römerin ihren Blog auf italienisch und deutsch. Fotos am Herd – so der deutsche Titel des Blogs - berichtet neben den Kocherfahrungen über Märkte und ist auch sonst viel unterwegs - natürlich in Italien aber auch in ihrer Wahlheimat Deutschland, wo sie jetzt seit 19 Jahren lebt. Ihre köstlichen Foodfotos laden ein ihre Rezepte zu probieren. Das Ganze, ein Genuß!

  

Ohhhmhhh: Ist zwar kein reiner Foodblog, dafür schreibt Steffi seit August 2009 eine Menge schöner Post über Design, Selbstgemachtes, Shoppingtipps rund um die Welt (weil sie als Journalistin einfach viel rumkommt), Onlineshops und natürlich über köstliche Rezepte. Für Filmeliebhaber gibt's ein schönes Zuckerl: eine sich im Wachstum befindende Liste schöner Filme für Foodlover. Außerdem schreibt immer freitäglich das nette Fräulein Hartmann – Gastbloggerin auf Ohhhmhhh - über ihre Cupcakes. Laßt Euch inspirieren!

  

Paules kitchen: Paule ist seit 2009 im Internet mit ihrem Foodblog unterwegs. Die Luxemburgerin kann ein umfangreiches, fantasievolles und spannendes Rezeptarchiv vorweisen, z.B. Hokkaido-Milchbrot, süße Annas mit Minzucker, Champagner-Fondue, Maronenrisotto mit Salbei und Blauschimmelkäse, Kürbiseis mit Kürbiskernkrokant oder Kohlrabisuppe mit Erbsen-Cashew-Pesto. Hier finden sich auch Gerichte aus der luxemburgischen Küche und Leckeres zum Verschenken. Gudden Appetitt aus Lëtzebourg!



Pi mal butter: Seitdem Simone bloggt hat sie Gleichgesinnte gefunden, die genauso vernarrt ins Kochen, aus Essen, auf Kochbücher- und blogs und Restaurants sind wie sie. Und bloggen tut sie gerne und ausgiebig. Seit dem Januar 2011 hat sie 37 Posts veröffentlicht. Alle Achtung! Die Rezepte können sich sehen lassen und auch die Fotos, obwohl Simone - wie siehst selbst sagt - ein Fotoanfänger ist. Nun ja das wird sich schnell ändern – sag ich. Interessant sind auch die Links zu Gentechnik und Etikettenschwindel. Informiert Euch, kocht, fotografiert und genießt!






Freitag, 11. März 2011

semmelknödel mit pilzrahmsauce für designsponge






Unter Design- und Interior-Bloggern - vor allem in Amerika - wohlbekannt ist Designsponge für die tägliche Inspiration zu dem Thema Interiordesign. Von Wohnreportagen und Designtrends über Shoppingtipps, Tipps für Städtreisende bis zu Essensrezepten und Foodfotos hervorragender Foodblogger und Fotografen bietet dieser Blog eine große Vielfalt, der nicht umsonst seit seinem Star 2004 mittlerweile 105.000 Abo-Leser angezogen hat.

Daher freue ich mich natürlich sehr als Foodfotografin-und bloggerin mit einem meiner Lieblingsrezepte auf Designsponge in der Freitags-Serie „In the kitchen with“ vorgestellt zu werden. Vielen herzlichen Dank an Kristina und Designsponge!

Schaut einfach mal vorbei! Die komplette Fotostrecke mit dem Rezept findet sich hier.

Montag, 7. März 2011

épi - boulangerie und patisserie









Es eröffnen immer wieder neue schöne Lokale, Bars, Cafés, Feinkostläden und Restaurants in Köln – coole, hippe, gemütliche, funktionale, exquisite, stylishe, bürgerliche, ausgefallene u.a. Deshalb soll dieser Blog nicht nur über das Geschehen in meiner kleinen Küche und von meinem Fotostudio, sondern auch von neuen oder bereits etablierten Hotspots in Köln berichten. Keineswegs möchte ich hier als Restaurant - oder Gastronomiekritiker erscheinen, noch möchte ich es in der Zukunft werden. Dies ist eine subjektive Auswahl meiner persönlichen Number Ones.

Heute stelle ich meine liebste Bäckerei mit Café im Agnesviertel vor. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um eine x-beliebige Kölner Kaffeebud mit Kaffee aus dem Pappbecher. Hier wurde einem Bäckerei-Café-Bistro-Konzept französisches Flair eingehaucht.

Ich kann hier Frankreichurlaub machen - mitten in Köln. Épi, die charmante Boulangerie und Patisserie gibt es schon seit Oktober 2008 und eröffnet bald eine zweite Filiale in Rodenkirchen. Hier bekommt man exquisite Backwaren aus französischen Mehl und kleine süße und pikante Köstlichkeiten zum Mitnehmen oder im Café vom wirklich zuvorkommenden freundlichen Personal serviert.

Geführt wird diese hübsche Bäckerei von Heinz Peter Otten, gelernter Bäckereimeister, und seiner Frau, Natalie Otten, die für Management und Realisation zuständig ist.

Entscheidend für mich dort hinzugehen ist nicht nur die Qualität, sondern eben auch die Präsentation der Ware, die schlicht und doch zu stilvoll und liebevoll ist. Die einzige Bäckereien, die bei mir die Sinne so anregen sind noch das Bastians, in Köln, z.B. Düsseldorf und Salzburg und das Le pain quotidien (ein Ableger des Brüsseler Backstube-Bistro-Konzepts, in Düsseldorf, z.B. Frankfurt und München.

Die großen Tische, die an Gemeinschaftstische in französischen oder auch belgischen Bistros erinnern, sind vielleicht nicht jedermanns Sache. Ich allerdings mag das Zusammensitzen mit fremden Menschen, es gibt dem Leben in einer großen Stadt einen Teil von Gemeinschaft zurück. Ein nettes „Hallo“ bei einem Café au lait und einem Crossaint oder Briochette entführt mich kurz aus dem Alltag, vor allem wenn auch noch die Sonne scheint!

Als ich das erste Mal daran vorbeiging – ich ging dann wieder zurück und hinein – fielen mir die Körbe mit Baguettes, Bateaus und Gouttes im Fenster und die großen aufeinandergestapelten Landbrote in den Regalen auf, hinzu kam die wunderschöne Einrichtung mit schwarz-weiß gefliestem Boden und granitgefasster Theke, wo weitere Köstlichkeiten auslagen.

Die Brote sind handgemacht und werden daher beim Kauf abgewogen. Man merkt dabei wie viel Wert hier auf das Produkt gelegt, daß eben nicht nur reines Produkt, sondern vielmehr Genuß- und Lebensmittel ist. Das hat seine Preis. Und den bin ich bereit zu zahlen. Ich muß ja nicht gleich drei Tüten Brötchen und zwei Laibe Brot kaufen. Mir geht’s ja hier um den Genuß.

Und deshalb gehe ich aus dem Laden, gedanklich in Frankreich, mit drei Croissants und zwei Briochette noisette und denke an brioche au sucre, bateau feta peperoni, petit rustiques herbes, macarons, pain au chocolate, eclaires, tartellettes aux citrons, limonade au mandarine, paris und sonnenschein: La vie c'est beau!

Sonntag, 27. Februar 2011

apfelstrudel, frühling und schneeglöckchen












Österreich ist ein schönes Land. Da bekommt man an jeder Ecke Apfelstrudel - in Kaffeehäusern. Zum Beispiel im Café Sperl oder im Prückl, im Hawelka oder im Bräunerhof, im Florianihof, im Diglas oder im Palmenhaus. Nur eine kleine Auswahl meiner Lieblingscafés in Wien. Wenn ich aber hier in Deutschland Apfelstrudel essen möchte, fahre ich nach Hause. Dort macht meine Mutter diesen köstlichen Apfelstrudel und zwar aus Strudelteig: Mehl, Wasser, Öl, Ei und Salz. Keine Butter. Kein Zucker.

Die Zubereitung ist eine Kunst. Das lange Ausrollen und Ziehen den Teiges bis er so dünn ist, dass man hindurchsehen kann, verlangt Fingerspitzengefühl und Muße. Wenn er reißt ist alles vorbei. Meine Mutter kommt aus der schönen Steiermark. Das Strudelteig-Ausziehen wurde ihr somit in die Wiege gelegt.

Schon als Kind habe ich diese Zubereitung bewundert, stand mehr oder weniger still daneben wenn meine Mutter sorgfältig den Teig rollte und über ihre Hände zog. Und ich tue es immer noch - bewundern. Selber habe ich mich noch nie an Strudelteig herangewagt. Ich kaufe ihn fertig. Ich stehe dazu.

Doch nun ist es wieder einmal so weit. Ich fahre nach Hause um echten Apfelstrudel zu essen. Aber vor dem Genuss kommt die (schöne) Arbeit: Meine Mutter beim Apfelstrudel zubereiten fotografieren. Was für ein schöner Tag!




Freitag, 18. Februar 2011

focaccia mit gegrillten gemüse und rucola







Ich habe beschlossen: Ich hab keine Lust mehr auf Winter. In den nächsten Tagen soll es ja vielleicht sogar schneien. Deshalb lasse ich heute den Sommer in meine kleine Küche. Mit einem Foccacia-Sandwich, belegt mit gegrilltem Gemüse, Mozzarella und Rucola. Während der Schwangerschaft habe ich dieses Sandwich leidenschaftlich gerne gegessen. Zumindest in den ersten Wochen. Da ging's mir mit der Morgenübelkeit noch richtig gut, verglichen mit dem Rest der Schwangerschaft. Aber es hat sich gelohnt. Das Ergebnis ist dafür umso wunderbarer.

Himbeer-Smoothie habe ich auch sehr gerne getrunken oder gelöffelt. Es war Sommer und durch die frischen Himbeeren und den Kefir so schön säuerlich und erfrischend. Überhaupt habe ich gerne saure Sachen gegessen und sehr kalte Getränke getrunken.

Demnach weckt dieses Sandwich nicht nur Erinnerungen und Sehnsüchte an den Sommer, sondern auch an die Schwangerschaft mit unserem nun einjährigen Sonnenschein. Der hat das Mini-Sandwich übrigens weggeputzt, zumindest in seinen Einzelteilen.

Passend zum Essen habe ich im Radio die französische Sängerin Zaz entdeckt, deren Song Je veux einfach so voller Leben und Freude ist, dass es einfach ansteckend ist und den Winter-Blues schlichtweg vertreibt. Einfach so. Puff!





Anmerkungen zu den Rezepten:

Focaccia: Die Basis der Focaccia ist ja ein Pizzateig, zu dem Oliven und Kräuter zugefügt werden. Das Originalrezept ist hier zu finden.

Smoothie: Tiefkühl-Gemüse- und Obst ist besser als sein Ruf, denn es wird frisch vom Feld schock gefroren. Und auf jeden Fall besser als Lebensmittel aus Übersee zu kaufen. Gerade im Winter greife ich hin und wieder auf Tiefkühlprodukte zurück. Hier ist ein Artikel zu diesem Thema bei Öko-Test online.

Sonntag, 13. Februar 2011

bischof valentin von terni - patron der liebenden










Zum Valentinstag möchten viele etwas ganz Besonderes in der Küche zaubern. Entweder kochen beide oder er für sie oder sie für ihn. Wie wäre es denn mal mit etwas Unaufwendigen? Damit mehr Zeit zu Zweit am Abend bleibt. Zum Beispiel eine Käseplatte. Dazu gibt es selbstgemachte Butter und ein hausgemachtes Birnenchutney (kann man schon einen Tag vorher zubereiten). Die Paninis sind vom Bäcker. Der Rotwein aus dem Keller. Und zum Nachtisch gibt’s eine vorbereitetes eisgekühltes Eton Mess zum aus der Schale löffeln. Ganz simpel und ganz köstlich. Und ganz viel Zeit, um zu Zweit in die schöne Februarnacht zu schauen.



Anmerkungen zur Butter: Ich esse wahnsinnig gerne Butter. Margarine schmeckt mir einfach nicht. Nun wollte ich mal ausprobieren, wie man selbstgemachte Butter macht und wie sie schmeckt. Angeblich soll es ganz einfach sein. Ich folgte einem Rezept aus dem Kochbuch: Sahne & Milch, wonach die Butter aus Crème fraîche besteht, die in einem geschlossen Marmeladenglas mit der Hand 12 Minuten geschüttelt werden soll, bis Butter entstanden ist. Ich dachte: Schüttel' ich ein bißchen, wird schon. Nach 40 (!!!) Minuten schütteln, gab ich schweißgebadet auf. Aber ich gab mich nicht geschlagen. Ein anderes Rezept mußte her, von dash and bella. Ich versuchte es nun mit süßer Sahne, allerdings muß ich gestehen, nun mit dem Handrührer. Nach 10 Minuten hatte ich köstliche Butter, verfeinert mit Fleur de Sel. Man kann natürlich auch noch frische Kräuter dazugeben. Sicher auch wunderbar zu Grillfleisch oder Gemüse. Aber die Schüttel-Methode, die werde ich sicher noch mal testen. Aber mit Sahne!

Anmerkungen zum Eton Mess: Das Rezept des Desserts habe ich bei sevenspoons entdeckt und ist rein optisch schon mal ein richtiger Hingucker. Aber auch geschmacklich ein Genuß! Ich kann nur empfehlen 6-7 innen noch weiche Baisersklekse grob in die Sahne-Mischung hinein zu krümeln. Je mehr Baisersstücke in dem Dessert, desto leckerer ist es. Das Rezept der Baisers ist von Jamie Oliver. Eton Mess ist ein englischer Dessert-Klassiker, benannt nach dem englischen Elite-College Eton und wird alljährlich beim Cricket-Match zum Picknick gegessen. Das Original Rezept besteht allerdings aus Sahne, frischen Erdbeeren und Baisers. Mess heißt Durcheinander oder Unordnung, eine Anspielung auf das Aussehen des Desserts. Glaubt man so manchen Legenden, wie das Dessert seinen Namen erhalten hat, so soll sich einst ein großer Labrador auf den Picknickkorb gesetzt haben...

Montag, 7. Februar 2011

lammhackfleisch-pilz-pie


















Bekanntlich genießt die englische Küche keinen guten Ruf. Den angesagten englischen Köchen, wie Jamie Oliver, Gordon Ramsey und Heston Blumenthal zum Trotze. Es mag vielleicht daran liegen, dass - wie ich zum Beispiel - Jamie Oliver eher mit der italienischen Küche verbinde. Und ich muß zugeben, dass ich die anderen Köche zu wenig kenne. Aber man muß der englischen Küche zugestehen, dass sie sich weiterentwickelt hat. Interessanter Artikel in der Effiliee. Die deutsche Küche war vor 50 Jahren auch nicht das, was sie heute ist. Aber dazu ein andermal mehr.

Mitte der achtziger Jahre – vor mehr als 20 Jahren - wurde ich mit der englischen Küche konfrontiert – ein vierwöchigen Aufenthalt in Eastbourne. Kulinarisch habe ich das nicht überlebt. Seither habe ich einen großen Bogen um Pies, Pudding, Baked Beans und Ähnliches gemacht.

Bis vor zwei Monaten etwa. Da entdeckte ich diesen köstlichen Chicken-Mushroom-Pie, der einfach so schön aussah – fotografiert von der wunderbaren Foodfotografin aus Sydney Katie Quinn Davis - dass der einfach auch gut schmecken mußte. Und er tat es.

Nun wage hier ich eine Interpretation des Shepard Pies, eine Art Hackfleischauflauf aus Lamm, der traditionell mit einer Kartoffel-Püree-Haube serviert wird.

Mein Pie: Lammfleisch-Hack, Speck, Rotwein, Erbsen, Pilze, Rosmarin, Worcester, Soja, Sweet-Chili-Sauce, und darüber eine Blätterteig-Haube.

Fertig! Lecker!